Zum Jahresbeginn gute Neuigkeiten

Es gibt sie auch, die Fortschritte in Bereichen wie Klimaschutz, erneuerbare Energien und Rohstoffe, Schutz der Biodiversität, u.a.
Ein Beitrag von Wolfgang Herzner

Weltweit erstmals mehr Strom aus erneuerbaren Energien als aus Kohle

In ihrer Ausgabe vom 18.12.25 bezeichnet das Fachjournal „Science“ die Tatsache, dass 2025 erstmals mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt wurde als aus Kohle, als „Breakthrough of the Year“. Vor allem China ist dafür „verantwortlich“: In den letzten 10 Jahren ist dort der Bedarf an Strom aus Kohle um 25% zurückgegangen, die Erzeugung von Solarstrom hingegen um mehr als das 20-fache gestiegen.

Ein in dem Zusammenhang positiver Effekt der (aggressiven?) Exportpolitik Chinas ist, dass nicht nur Europa, sondern vor allem auch der globale Süden Solarenergie-Technologie aus China kauft. Übrigens gehört Österreich mit etwa 94% Anteil der erneuerbaren Energien (2024: knapp 88%) zu den EU-Spitzenreitern (kann ich kaum glauben). Allerdings beträgt dieser Anteil in Albanien beinahe 100%.

Quellen: u.a. https://www.science.org/content/article/breakthrough-2025, https://science.orf.at/stories/3233483/

UN-Abkommen zum internationalen Schutz der Hochsee ratifiziert

Endlich, nach fast 20 Jahren hat dieses wichtige Abkommen mit der Ratifizierung durch Deutschland die nötige Ratifizierungsquote erhalten und wird mit 17. 1. 2026 in Kraft treten.

Das Abkommen schafft erstmals einen rechtsverbindlichen Rahmen, um die internationalen Gewässer – die zwei Drittel der Weltmeere ausmachen – effektiv zu schützen und zu managen. Es soll unter anderem etwa Überfischung verhindern. Das ist von großer Bedeutung, weil sich mehr als 60 Prozent der Meeresgebiete außerhalb solcher Zonen befinden. Bislang gelten nur für etwa ein Prozent dieser Meeresgebiete Schutzregeln unterschiedlichen Grades.

Quellen: Greenpeace (https://www.greenpeace.de/biodiversitaet/meere/meeresschutz/un-einigt-globalen-ozeanvertrag), Morgenüberblick 31.12.25 von JETZT.at (für JETZT-Abonnenten https://www.jetzt.at/)

Pilz(myzel)e als erneuerbarer Rohstoff

In den letzten Jahren wurde die vielseitige Anwendbarkeit von Pilzen, genauer: deren Myzel, in verschiedene Richtungen erforscht. Der Grund: dieses Myzel ist nicht nur ein nachwachsender und vollständig recyclerbarer Rohstoff, er ist auch billig herzustellen: gepresste Würfel aus Holzabfällen, vor allem Sägespäne, denen ein wenig Nährstoffe und Pilzsporen beigemengt sind, werden in dunklen Räumen – z.B. Kellern – bei hoher Luftfeuchtigkeit und etwas Wärme gelagert. (In solchen Räumlichkeiten benötigt es wenig Energie und Wasser, die Umweltbedingungen aufrecht zu erhalten, nachdem sie einmal hergestellt sind.)

Wie erfolgreiche Ergebnisse zeigen, lassen sich daraus z.B. Baumaterialien herstellen. So wurde bereits vor einigen Jahren im MoMa in New York ein 13 Meter hoher Turm daraus errichtet. Nach drei Monaten wurde er wieder abgebaut – und vermoderte danach rückstandslos. Aber nicht nur Baumaterialien, auch Möbel oder Verpackungen lassen sich aus Pilzmyzel herstellen.

Und Kleidung. So entwirft etwa die niederländische Firma „Neffa“ nachhaltige Mode aus Pilzen. Ihr „MycoTEX“ genanntes Gewebe ist nach eigenen Angaben „die einzige 3-D-Fertigungsmethode, die nahtlose und maßgeschneiderte Produkte aus Pilzwurzeln ermöglicht“.

Schließlich bleiben Pilze auch als Lebensmittel interessant. Da sie biologisch den Tieren näher sind als den Pflanzen – aber ein eigenes Reich des Lebens darstellen – ist es durchaus sinnvoll, Pilze als Fleischersatz zu verwenden.

Quellen: (nach Anregung durch den Film „Elements of(f) Balance“) https://www.bauhaus.info/tipps-ideen/inspiration/neues-bauen-mit-pilzen, https://www.eib.org/de/stories/reduce-fashion-waste

Übrigens: Optimistinnen und Optimisten haben eine größere Chance, alt zu werden. Das ist das Fazit einer Studie der Medizinischen Hochschule in Boston. Die Langzeitdaten von rund 70.000 Personen zeigten, dass die Lebenserwartung rund zehn Prozent über der von pessimistischen Menschen liegt.

Quelle: Morgenüberblick 31.12.25 von JETZT.at (für JETZT-Abonnenten https://www.jetzt.at/)

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