Eigentlich wollte ich eine konkrete ‚Entgegnung‘ auf Aussagen von Minister Totschnig in der Pressestunde (5.7.2026 in ORF 2) schreiben, musste aber schlussendlich akzeptieren, dass ich es nicht kann, denn seine Aussagen sind großteils so inhaltsleer und sinnbefreit, dass eine Entgegnung wirklich schwer fällt. Selten etwas Konkretes, zumeist herum- und sich herausreden, verwischen und vernebeln.
Nur zwei Beispiele:
H.Büger: „Kommt von dieser Bundesregierung irgendwas Neues bei der nächsten Hitzewelle?“ N.Totschnig: „Wir haben hier eine Querschnittsmaterie, Bund und Länder sind zuständig und wenn ich in meinem Bereich jetzt konkret schau mit der thermischen Sanierung, wenn ich ein Beispiel anführe, wir haben ein Einfamilienhaus im Murtal …“
H.Bürger: „Wieso ist es gerade im Klimabereich überhaupt möglich, zurückzugehen?“ N.Totschnig: „Wir haben intensive Verhandlungen geführt und einen ersten Schritt, dass es zur Basiskonsolidierung einen Beitrag gibt, jede Gruppe muss hier einen Beitrag leisten und dann …“
So klingt das, wenn ein Minister, der auch für das Klimaressort zuständig wäre, auf Fragen nicht antwortet. Er betont immer wieder, dass jeder Bereich seinen Beitrag leisten muss und … „was 2030 betrifft, da geht’s einfach darum, wenn jeder an einem Strang zieht, und jeder seinen Beitrag leistet, dann ist die Erreichung dieses Zieles für 2030, a bissl Minus, 48% Reduktion Treibhausgase ist möglich.“ [,,,] „Maßnahmen werden von den einzelnen Ministerien gesetzt, das Klimagesetz hat das Ziel, dass wir hier noch fokussierter arbeiten.“ … und er lege „hier ein sehr hohes Engagement an den Tag.“ Mir kommt ein Spruch aus meiner Volksschulzeit in den Sinn: ‚Öcha Bauer, Müch wead sauer.‘
Sein Fokus sei die Klimawandelanpassung. Eine wichtige Sache, keine Frage. Doch müssen wir nur so viel Anpassungsmaßnahmen setzen, weil wir es verabsäumt haben, die Ursachen zu bekämpfen. Ursachenbekämpfung scheint für ihn aber keine Denkkategorie und die Regelung durch ein KlimaSCHUTZgesetz schon gar nicht. Schade, Herr Minister.
Wir könnten! Wenn wir es tun.
Seit Jänner 2021 leben wir in Österreich ohne Klimaschutzgesetz, seit damals sitzt die Partei des Ministers durchgehend in der Regierung, 5 Jahre davon mit einer grünen Partei, mit der es ein Leichtes gewesen wäre, ein Klimaschutzgesetz (sofern es Nägel mit Köpfen macht) zu beschließen.
Ob mit oder ohne Gesetz, es gibt in jeder Situation Möglichkeiten, zu handeln. Wind- und Solarenergie haben in den letzten zehn Jahren eine unglaubliche Entwicklung an den Tag gelegt. Erneuerbare Energien sind deutlich günstiger als fossile Energiequellen geworden und erobern (auch rein wirtschaftlich gesehen) mehr und mehr Marktanteile. Legten wir alle Anstrengung in den Ausbau dieser Technologien und erforschten und entwickelten gleichzeitig die Speichermethoden, um wind- und sonnenarme Zeiten abzudecken, wir könnten die Energiewende schaffen – wenn wir es tun.



Die gute Nachricht: Das schlimmste Szenario (RCP 8.5), die Erde könnte sich auf über 5 Grad erhitzen, gilt nicht mehr als wahrscheinlich. Grund: Der schnelle Ausbau erneuerbarer Energiesysteme, Solar- und Windenergie.


