Frau, Leben, Freiheit

Radeln For Future
Fr. 6.3.2026
17.00 Uhr Votivpark


Radeln For Future:
„Die erste Märzwoche gilt seit vielen Jahre als „Frauenwoche“, in der es z. B. um die Gleichberechtigung geht. Beim Radfahren sind wir davon noch weit entfernt. Studien zeigen, dass das Geschlechterverhältnis in Städten mit gut ausgebauten Radwegenetzen ausgeglichen ist, wohingegen bei fehlenden Radwegen risikofreudigere Männer dominieren.
Wiens Stadtregierung setzt lieber auf schöne Worte als Taten und ändert mit der aktuellen Verkehrspolitik wenig daran. Exemplarisch dafür steht das Vorgehen mit der wichtigen Achse Gentzgasse – Alserbachstraße – Wallensteinstraße von Gersthof bis zum neu entstehenden Stadtviertel Nordwestbahnhof. In der Alserbachstraße wurde 2025 zwar ein Zweirichtungsradweg gebaut, für Gentzgasse und Wallensteinstraße liegen aber keine Pläne vor. Im Gegenteil! Der von der Bevölkerung gewünschten Umgestaltung der Wallensteinstraße hin zu einer menschenfreundlicheren Straße mit Grün und Radwegen wurde sogar eine Absage erteilt. Leidtragende sind vor allem Frauen, für die das Fahrrad darum nicht als alltagstaugliches Verkehrsmittel in Frage kommt.“

Treffpunkt: 17:00 Uhr beim Votivpark
Abfahrt: 17:30 Uhr
Ende und Abschlusskundgebung: ca. 19:00 Uhr beim Votivpark

Alle Infos: Radeln For Future

Warum erbst du nicht einfach was

Ja, warum? Wäre alles viel einfacher. Also streng dich ein bisserl an. Der Erbe eines Schweizer Pharmakonzerns baut sich gerade eine Yacht im Ausmaß eines Flugzeugträgers. Dort gibt es alles. Ja, alles. Pools, Geschäfte, Kino, Nachtklub, Spital, Fitnessklub und Restaurants, Helikopter, U-Boote und Luxusappartements. Für die, die es sich leisten können.

Bonmot: Aus dem Gesellschaftsvertrag ausgestiegen, gibt es dort weder Staat noch Steuern. Nur einen jährlichen Mitgliedsbeitrag (Höhe auf Anfrage), ansonsten nur freien Markt und Luxus, ohne lästige gesetzliche Einschränkungen. Die totale Freiheit. Demokratie und Klimaschutz? Sehr witzig. Wobei sie vielleicht einen Weg finden, sich von Fossilem unabhängig zu machen und mit anderen Energien über die Ozeane flanieren. Demokratisches ist überflüssig, da es kein gemeines Volk gibt. In den ‚Freedom Cities‚ wohnen nur die Guten und Reichen. Das arbeitende ‚Volk‘ ist großteils rechtlos.

Die Ausstattung dieser Kreise mit Geld und Macht ist unheimlich und damit auch ihr direkter, indirekter und medialer Einfluss auf Bevölkerungen. Üblicherweise wissen wir nur, was sie wollen, dass wir wissen. Alternative und freie Meinungsbildung ist mühsam, aufwändig und schwierig, nicht jeder Persons Sache, schon aus rein zeitlichen Gründen. Die Durchdringung öffentlicher und privater Medien mit den Interessen der Superreichen ist so weitreichend wie undurchschaubar, ebenso deren Einflussnahme auf die politische, wirtschaftliche und militärische Landschaft. Man sieht sie nicht, aber sie sind da. Und die Macht ist mit ihnen. Grundlagen der methodischen Einflussnahme sind neben direkten Interventionen die Propaganda-Lehren von Edward Bernays (Neffe von Sigmund Freud), der sich über das Unbewußte an seine Zielgruppe anschleicht, um Bedürfnisse zu wecken und Meinungen zu manifestieren, ohne dass die Betroffenen die Manipulation bemerken. Das Fremde wird mit dem Eigenen verwechselt. Die Betroffenen glauben, sie selber würden das wollen und meinen, was andere wollen, dass sie wollen und meinen sollen.

Nein, keine Verschwörungstheorie, sondern gut belegte Fakten. Angesichts des weitreichenden und nachvollziebaren Ohnmachtsgefühls, dem viele Menschen unterliegen – was kann ICH schon tun – könnte man schon mal die Hoffnung verlieren. Die fast schon abgeschmackte Formel ‚wir sind die vielen‘ hilft da auch nur wenig, denn die große ungelöste Frage ist: Wie kommen wir vom ICH zum WIR. Eine Gegenbewegung müsste von einem Zusammenschluss sehr vieler getragen sein, wenn sie wirksam sein will. Nach der 3.5 Prozent Regel für gewaltfreien Widerstand bräuchte es in Österreich ca 315.000 aktiv engagierte Menschen und ca 2 Millionen, die den Zielen der Bewegung zumindest passiv oder insgeheim zustimmen. Na dann. Machen wir uns auf den Weg.

Ein Blick in die Realitäten

Es ist noch nicht so lange her, da haben wir noch für globale 1,5 demonstriert, auf Europa übertragen wären es ca 2,5 Grad gewesen. Jetzt heißt es, wir müssten uns in Europa auf 4 Grad Überhitzung einstellen. Ganz schön heavy. 2025 progonstizierte der Emissons Gap Report, dass wir bis Ende des Jahrhunderts von 2,3 bis 2,5 Grad Überhitzung der Erde ausgehen müssten, eine leichte Verbesserung gegenüber früheren Prognosen. Bleiben die Klimaschutzmaßnahmen auf dem aktuellen Niveau, sind es allerdings 2,8 Grad, also in Europa 3,8. (taz 4.11.2025)

Kosten von 45 Milliarden Euro für Folgeschäden der Überhitzung jedes Jahr, 2025 gab es 24.000 Hitzetote allein in Europa. No comment. Wis­sen­schaft­le­rin­nen des Klima-Expertinnenbeirats der EU meinen, ‚Klimaanpassung sei keine Option, sondern eine Notwendigkeit‚. Sie fordern einen EU-weiten gemeinsamen Rahmen für die notwendigen Klimaanpasssungsmaßnahmen.

„Um diesen gemeinsamen Rahmen entwickeln zu können, fordern die Forscher*innen, dass sich alle EU-Länder einigen, von wie viel Grad Erderhitzung sie ausgehen. Sie schlagen vor, sich an den Modellierungen von Weltklimarat und UN-Umweltprogramm zu orientieren. Sie sagen bei einer Fortsetzung der aktuellen Klimapolitik etwa 2,8 Grad Erderhitzung voraus. In Europa läuft das dem Klimabeirat zufolge auf etwa 4 Grad Erhitzung hinaus. Entsprechend müssten alle EU-Länder ihre Anpassungsmaßnahmen auf 4 Grad Erhitzung in Europa ausrichten, wenn sie dem Vorschlag des Ex­per­t*in­nen­rats folgen. Frankreich zum Beispiel tut das bereits.“ (taz 17.02.2026)

Das ist nicht genug

Klimaanpassung ist so not-wendig wie weitere Klimaschutzmaßnahmen. Nicht auf dem Papier, sondern in realer Umsetzung. Und doch gibt es Länder, die z.B. kein Windrad auf ihren Bergen stehen haben wollen. Vielleicht, weil sie neben den vielen Skiliften kein gutes Bild machen würden. Ein gutes Bild für 4 statt 3 Grad Überhitzung? Das lässt einen schon nachdenken. Oder, eine Dimension nach oben, CO2 ist gar nicht schädlich. Naja dann, … Der EU-Expert:innenrat kommt diesbezüglich zu einem klaren Schluss:

„Der EU-Expert*innenrat warnt gleichzeitig davor, sich angesichts einer immer heißer und gefährlicher werdenden Welt auf Anpassungsmaßnahmen zu verlassen: Sie könne „nicht alle Auswirkungen des Klimawandels verhindern“, sagte Jette Bredahl Jacobsen, stellvertretende Vorsitzende des Beirats. Deshalb seien Klimaschutzmaßnahmen weiterhin unerlässlich, „um Klimagefahren auf ein beherrschbares Niveau zu begrenzen“.“ (taz 17.02.2026)

Das ist wohl unsere Realität. Klimaanpassung für aktuell 4 Grad Überhitzung planen und Klimaschutz, was immer möglich ist, umsetzen. Auf letzteres hinzuweisen und immer wieder darauf aufmerksam zu machen sehe ich als ‚unsere‘ Aufgabe, Aufgabe von Klima-Initiativen und Zivilgesellschaft.

Am 30. und 31. Mai beim Südwindfest im Alten AKH werden die Allianzen For Future präsent sein. Falls du dich informieren oder mitmachen willst, vorl. Info hier. Und am 9. Juni 2026 wird es eine Aktion der Allianzen im Rahmen des österreichweiten Hitzeaktionstages in Wien geben. Infos folgen demnächst.

„Milliarden-Schäden durch Hitze, aber auch Unwetter: EU-Experten planen neuen Schutz“ Kurierartikel

Auch 2026 wird wieder geradelt!

Das Motto von Radeln For Future diesmal:
„An kalten Tagen wie diesen mischen sich Abgase aus Verkehr und Industrie sowie vom Heizen oft zu einer drückenden Nebelsuppe. Grauer Matsch aus fein säuberlich geräumten Straßen lagert oft noch tagelang auf der Fuß- bzw. Radinfrastruktur und zahlreiche Autos blasen einem besonders unangenehme Schadstoffe entgegen. Am 6. Februar zeigen wir mit viel Elan, dass es auch in der kalten Jahreszeit anders geht und sorgen im Konvoi zumindest kurzzeitig für bessere Luft.
Anstelle sich für zusätzliche Autobahnprojekte, die noch mehr Smog in die Stadt bringen einzusetzen, fordern wir die Politik auf, endlich konsequent die Verkehrswende hin zu einer sauberen, sicheren und entspannten Fortbewegung voranzubringen. Damit Wien auch im Winter zu einer lebenswerten Stadt wird.“

Treffpunkt: 17:00 Uhr beim Votivpark
Abfahrt: 17:30 Uhr
Ende und Abschlusskundgebung: ca. 19:30 Uhr beim Votivpark

Alle Infos hier

Wiedermal Treibhauspost:

„Was du 2026 nicht verpassen darfst“


Der letzte Besuch der Treibhauspost bei uns war am 2. Dez. 2024, also höchste Zeit. Julien Gupta und Manuel Kronenberg schreiben auch 2026 wieder unermüdlich gegen die Vergesslichkeit der Politik in Klimafragen an und für einen hoffnungsvollen Klimaaktivismus, auch wenn es aktuell oft schwer fällt:

Wenn der US-Präsident das Völkerrecht mit Füßen tritt, rechtsextreme Kräfte immer stärker werden und Klimapolitik im großen Stil zurückgedreht wird, relativiert das so einiges. Darüber zu schreiben, welche Lösungswege wir eigentlich beschreiten müssten, um die ökologischen Krisen in den Griff zu kriegen, fühlt sich manchmal unglaublich utopisch an.

Gleichzeitig wird es immer schwerer, überhaupt übers Klima zu sprechen und dabei nicht die Hoffnung zu verlieren. Die momentane globale Situation macht es einem einfach, in Pessimismus zu verfallen. Eine Sache wird deshalb in diesem Jahr besonders wichtig sein, da sind wir uns zumindest sicher – und zwar: uns immer wieder daran zu erinnern, dass kein Rückschlag der Welt uns dazu bringen sollte, das Handtuch zu werfen.

Mit diesem Gedanken im Kopf haben wir uns auf die Suche nach Entwicklungen gemacht, die in diesem Jahr besonders wichtig sein werden oder sogar Hoffnung stiften können. Hier sind fünf Dinge, die Du 2026 unbedingt auf dem Schirm haben solltest:

#1 – Niemand mag Degrowth, aber alle wollen es
#2 – Millionen gegen die AfD
#3 – worüber wir 2026 sprechen werden, aber nicht sollten
#4 – Städte: 1, Staaten: 0
#5 – „Klimaschutz bringt nichts, solange China nichts tut.“

Und hier geht’s zur Treibhauspost.


Seit Anfang 2026 gibt es ein Klimawandel-Nachrichtenportal. Dieses betreibt unser Mitglied Peter mit seiner Organisation Future Aid. In den Klimanews werden täglich Artikel aus Qualitätsmedien zum Thema Klimawandel veröffentlicht.  Alles über die Klimanews von Future Aid erfährst du hier.
Direkt zu den Klimanews kommst du hier: Klimanews (oder rechte Spalte)

Das Recht des Stärkeren und das Klima

Häuptlinge, die andere Länder überfallen, um sich Einfluss, Macht und Ressourcen zu sichern, gehören zu den Menschen seit es sie gibt. Wirft man einen Blick in die Sandkiste, da holt sich schon mal ein Kind die Schaufel, die einer anderen gehört, einfach so. Um die Triebhaftigkeit von Macht und Gewalt in der Gesellschaft einzuhegen, haben wir etwas geschaffen, das sich Zivilisation nennt. Die paar Jahrzehnte Frieden, Demokratie und Wohlstand, die wenige Länder und Generationen in einem kleinen Teil der Welt bis vor kurzem genießen durften, sind die historische Ausnahme. Alle, die daran teil hatten, können sich wirklich glücklich schätzen.Irgendwann nach 1989 sind wir falsch abgebogen.

Amerika, das trotz der zahlreichen verdeckten und öffentlichen Gewaltinterventionen in aller Welt zumindest symbolisch für diese freie demokratische Gesinnung stand, hat diese Ära, auch wenn es sich schon länger abgezeichnet hat, nun endgültig beendet. Trumps Überfall auf Venezuela besiegelt die Ablöse des Völkerrechts durch das Recht des Stärkeren, so wie es die Geschichte seit jeher gekannt hat. Nicht weil ein Häuptling den anderen überfallen hat. Es war die Art und Weise, der Zeitpunkt und weil es der amerikanische war, sowie die Begründung und die unverhohlene Ansage, wir nehmen uns das Öl, einfach so. Das Symbol Amerika als Garant für die Idee von Freiheit, Demokratie und liberaler Weltordnung ist demontiert. Eine Dunstwolke trübt die klare Luft der liberalen Demokratie.

Was heißt das für die Klimabewegung?

Zuerst heißt es etwas für die Demokratie. Sie wird nun von zwei Seiten in die Zange genommen. Russland fährt schon länger Strategien der Destabilisierung europäischer Demokratien, nun kommt noch Gegenwind von der anderen Seite dazu. Trump äußert sich ganz offen abschätzig über die europäischen Demokratien, sie würden zur Zersetzung der Demokratie beitragen und auf demokratischen Prinzipien herumtrampeln. Er beklagt den Verlust nationaler Identitäten und des Selbstvertrauens und spricht den europäischen nationalen Parteien das Wort. Rechtesextreme Umtriebe, von Orban über Kickl bis Weidel, werden nun von zwei Machtblöcken angeschoben.

Was uns droht: Zunahme von allem, das man von autokratisch regierten Ländern kennt. Schwächung der Gewaltenteilung, Unterwanderung der Justiz, Gleichschaltung der Medien, Aushöhlung öffentlicher Einrichtungen, Überwachung, Angstpolitik, Spaltung, Schaffung von inneren und äußeren Feindbildern, Einsatz von Gewalt gegen die eigene Bevölkerung, etc. Wir sind nahe dran, noch einmal falsch abzubiegen.

Die Klimabewegung und die vor zwei Jahren erstarkte Demokratiebewegung (als Reaktion auf eine Veröffentlichung von correctiv über Pläne rechtsextremer Kreise zur Vertreibung von Millionen Menschen aus Deutschland (die ganze Geschichte) im Jänner 2024) sowie die meisten demokratischen Bewegungen ‚von unten‘ werden in autokratisch orientierten Systemen als Störfaktor wahrgenommen. „Autokratien bedienen immer eine kleine meist elitäre Interessensgruppe auf Kosten der breiten Bevölkerung und ohne sich um das Gemeinwohl zu kümmern. Insofern gibt es dort kaum effektiven Klimaschutz und schon gar keine Klimagerechtigkeit.“ Seniors Beitrag vom 23. Jänner 2024

Der Stärkere holt sich, was er will und zu brauchen glaubt. Gemeinwohl ist keine Kategorie. Alles, was die Sphäre der Reichen und Mächtigen stört, wird bekämpft. Wenn Bewegungen der Zivilgesellschaft Ansprüche auf demokratische Rechte, Gleichbehandlung, Klimaschutz oder andere Dinge anmelden, müssen sie mit Gewalt von oben rechnen, sobald sie als Gefährdung wahrgenommen werden oder sich als Feindbild eignen.

Je länger die Phase der multiplen Krisen und in Folge der tiefgreifenden Verunsicherung breiter Bevölkerungsschichten auf allen Ebenen des Lebens andauert, umso größer die Gefahr, dass wir falsch abbiegen und in Richtigung autokratisch orientierter Vorherrschaft abdriften.

So weit darf es nicht kommen. Neben Klimaschutz und Friedensarbeit stehen der Erhalt demokratischer Strukturen und die Stärkung des Bewusstseins für die Vorteile der liberalen Demokratie in den nächsten Jahren ganz oben auf der Liste. Demokratiearbeit ist Klimaarbeit. Zusammen sind WIR die Starken.


Seit Anfang 2026 gibt es ein Klimawandel-Nachrichtenportal. Dieses betreibt unser Mitglied Peter mit seiner Organisation Future Aid. In den Klimanews werden täglich Artikel aus Qualitätsmedien zum Thema Klimawandel veröffentlicht.  Alles über die Klimanews von Future Aid erfährst du hier.
Direkt zu den Klimanews kommst du hier: Klimanews

Zum Jahresbeginn gute Neuigkeiten

Es gibt sie auch, die Fortschritte in Bereichen wie Klimaschutz, erneuerbare Energien und Rohstoffe, Schutz der Biodiversität, u.a.
Ein Beitrag von Wolfgang Herzner

Weltweit erstmals mehr Strom aus erneuerbaren Energien als aus Kohle

In ihrer Ausgabe vom 18.12.25 bezeichnet das Fachjournal „Science“ die Tatsache, dass 2025 erstmals mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt wurde als aus Kohle, als „Breakthrough of the Year“. Vor allem China ist dafür „verantwortlich“: In den letzten 10 Jahren ist dort der Bedarf an Strom aus Kohle um 25% zurückgegangen, die Erzeugung von Solarstrom hingegen um mehr als das 20-fache gestiegen.

Ein in dem Zusammenhang positiver Effekt der (aggressiven?) Exportpolitik Chinas ist, dass nicht nur Europa, sondern vor allem auch der globale Süden Solarenergie-Technologie aus China kauft. Übrigens gehört Österreich mit etwa 94% Anteil der erneuerbaren Energien (2024: knapp 88%) zu den EU-Spitzenreitern (kann ich kaum glauben). Allerdings beträgt dieser Anteil in Albanien beinahe 100%.

Quellen: u.a. https://www.science.org/content/article/breakthrough-2025, https://science.orf.at/stories/3233483/

UN-Abkommen zum internationalen Schutz der Hochsee ratifiziert

Endlich, nach fast 20 Jahren hat dieses wichtige Abkommen mit der Ratifizierung durch Deutschland die nötige Ratifizierungsquote erhalten und wird mit 17. 1. 2026 in Kraft treten.

Das Abkommen schafft erstmals einen rechtsverbindlichen Rahmen, um die internationalen Gewässer – die zwei Drittel der Weltmeere ausmachen – effektiv zu schützen und zu managen. Es soll unter anderem etwa Überfischung verhindern. Das ist von großer Bedeutung, weil sich mehr als 60 Prozent der Meeresgebiete außerhalb solcher Zonen befinden. Bislang gelten nur für etwa ein Prozent dieser Meeresgebiete Schutzregeln unterschiedlichen Grades.

Quellen: Greenpeace (https://www.greenpeace.de/biodiversitaet/meere/meeresschutz/un-einigt-globalen-ozeanvertrag), Morgenüberblick 31.12.25 von JETZT.at (für JETZT-Abonnenten https://www.jetzt.at/)

Pilz(myzel)e als erneuerbarer Rohstoff

In den letzten Jahren wurde die vielseitige Anwendbarkeit von Pilzen, genauer: deren Myzel, in verschiedene Richtungen erforscht. Der Grund: dieses Myzel ist nicht nur ein nachwachsender und vollständig recyclerbarer Rohstoff, er ist auch billig herzustellen: gepresste Würfel aus Holzabfällen, vor allem Sägespäne, denen ein wenig Nährstoffe und Pilzsporen beigemengt sind, werden in dunklen Räumen – z.B. Kellern – bei hoher Luftfeuchtigkeit und etwas Wärme gelagert. (In solchen Räumlichkeiten benötigt es wenig Energie und Wasser, die Umweltbedingungen aufrecht zu erhalten, nachdem sie einmal hergestellt sind.)

Wie erfolgreiche Ergebnisse zeigen, lassen sich daraus z.B. Baumaterialien herstellen. So wurde bereits vor einigen Jahren im MoMa in New York ein 13 Meter hoher Turm daraus errichtet. Nach drei Monaten wurde er wieder abgebaut – und vermoderte danach rückstandslos. Aber nicht nur Baumaterialien, auch Möbel oder Verpackungen lassen sich aus Pilzmyzel herstellen.

Und Kleidung. So entwirft etwa die niederländische Firma „Neffa“ nachhaltige Mode aus Pilzen. Ihr „MycoTEX“ genanntes Gewebe ist nach eigenen Angaben „die einzige 3-D-Fertigungsmethode, die nahtlose und maßgeschneiderte Produkte aus Pilzwurzeln ermöglicht“.

Schließlich bleiben Pilze auch als Lebensmittel interessant. Da sie biologisch den Tieren näher sind als den Pflanzen – aber ein eigenes Reich des Lebens darstellen – ist es durchaus sinnvoll, Pilze als Fleischersatz zu verwenden.

Quellen: (nach Anregung durch den Film „Elements of(f) Balance“) https://www.bauhaus.info/tipps-ideen/inspiration/neues-bauen-mit-pilzen, https://www.eib.org/de/stories/reduce-fashion-waste

Übrigens: Optimistinnen und Optimisten haben eine größere Chance, alt zu werden. Das ist das Fazit einer Studie der Medizinischen Hochschule in Boston. Die Langzeitdaten von rund 70.000 Personen zeigten, dass die Lebenserwartung rund zehn Prozent über der von pessimistischen Menschen liegt.

Quelle: Morgenüberblick 31.12.25 von JETZT.at (für JETZT-Abonnenten https://www.jetzt.at/)

Katastrophe ja oder nein?

Am 09. Dezember 2025 versammelte sich, organisiert von der Initiative Klima 183, eine Gruppe von Menschen vor dem Parlament, um die 183 Abgeordneten an den 10. Jahrestag des Pariser Klimaabkommens zu erinnern. Ein denkwürdiges Abkommen, das 2015 beschlossen und von fast allen UN-Mitgliedsstaaten unterzeichnet wurde. Eine Aufbruchsstimmung ging durch das Land, durch die Welt. Wie lange haben wir uns nicht alle daran festgehalten, anfangs von diesem Durchbruch euphorisiert, wenn wir uns nur fest genug anstrengen, wenn wir, die Klimabewegung, uns genug engagieren, dann schaffen wir es, die Erderhitzung nicht über 1,5 Grad ansteigen zu lassen.

Dieses Ziel müssen wir heute loslassen, die Gründe sind allseits bekannt.

Eine der Redner:innen am 09. Dezember war Helga Kromp-Kolb, allen bekannt, eine Wissenschafterin, die sich seit Jahrzehnten unermüdlich für die Klimasache einsetzt. Sie zitiert in ihrer Rede Jem Bendell, einen Wissenschafter, der die Katastrophe für unvermeidlich hält und drei Fragen formuliert, auf die wir Antworten bräuchten, wenn wir in der Katastrophe möglichst lange, möglichst gut überleben wollen.

Wir müssen uns nicht entscheiden

Kromp-Kolb führt aus, egal, ob wir in der Katastrophe sind und uns dort zurechtfinden müssen oder ob wir versuchen, die Katastrophe zu verhindern, diese drei Fragen und auch die Antworten darauf gelten für beide Fälle: „Das Schöne daran ist, aus meiner Sicht, wir müssen dieselben Fragen beantworten, wenn wir die Katastrophe verhindern wollen, wenn wir noch ins ruhige Fahrwasser kommen wollen. Wir müssen interessanterweise dieselben Antworten geben. Die Antworten sind auch dieselben und das finde ich ganz toll, weil das heißt, wir müssen uns nicht entscheiden, ob es schon zu spät ist oder nicht.“ (zur Rede)

‚Wir müssen uns nicht entscheiden‚, später fügt sie noch hinzu: ‚Wir müssen nur das Richtige tun‚. Schön daran finde ich, es befreit uns vom Damoklesschwert des Versagens. Der Vorstellung und den Ängsten, wenn wir versagen, wenn wir die 1.5 (oder 2) Grad nicht schaffen, dann ist alles aus, dann kommt die Katastrophe, unsere Nachkommen finden keine lebenwerte Welt mehr vor, die Zivilisation wie wir sie kennen wäre Geschichte. Die Frage, ob das so sein wird oder nicht, falls wir mit all unseren Bemühungen versagt haben werden, stellt sich aus diesem Blickwinkel nicht mehr. ‚Wir müssen nur das Richtige tun.‘ Und das Richtige ist dasselbe, ob wir uns bereits in der Katastrophe befinden, oder versuchen, die Katastrophe zu verhindern.

Die seit einigen Jahren anwachsende Kollaps-Bewegung geht davon aus, dass die Systeme bereits begonnen haben, zu kollabieren, wir befänden uns mitten drin, Kollaps ist nicht Zukunft, Kollaps ist jetzt. Sie arbeiten daran, wie wir diese überwältigende Belastung stemmen, emotional, sozial und menschlich bewältigen können und konkret daran, was wir brauchen, um in dieser Situation solidarisch und friedlich zu kooperieren und in Gemeinsamkeit zu über/leben, wie wir uns Demokratie und Menschenrechte erhalten können. Auch dafür gelten im Grunde dieselben Fragen und Antworten.

Die Fragen

Frage 1: Was ist uns wirklich wichtig, was wollen wir unbedingt beibehalten.

Da drängt sich fast automatisch ein ganz aktuelles Anliegen in die Gedanken: Das Amerlinghaus. Das Amerlinghaus soll die Katastrophe verhindern? Natürlich nicht. Doch finden hier Gruppen aus unterschiedlichsten Milieus einen Rahmen vor, in dem sie ihren Platz in der Gesellschaft wahrnehmen und ihre Interessen und Aktivitäten einbringen können. Gerade in Zeiten andauernder Krisen bzw. in Zeiten einer Katastrophe, noch dazu in diesem Ausmaß, braucht es Bewegungen von unten. Und die entstehen und entwickeln sich leichter, wenn sie förderliche Strukturen wie das Amerlinghaus und ähnliche Einrichtungen vorfinden.

Frage 2: Was lassen wir los.

Auch ganz aktuell: Den Lobautunnel. Längst überkommene fossile Großprojekte wie die Lobauautobahn samt Tunnel und andere derartige Monster sollten wir loslassen. Im Ernstfall nutzen uns die paar Minuten, die wir schneller am Ziel wären, genau gar nichts. Die Milliarden wären weit besser in Gesundheit, Soziales und existentielle Absicherung investiert, was in Krisen- und Katastrophenzeiten allen Menschen zugute kommt. Um von der Doktrin immerwährenden Wachstums durch fossile Verschwendung Abstand zu nehmen, müssen wir letztlich auch unsere luxuriöse petromaskulin imperiale Lebensweise loslassen.

Frage 3: Was können wir (wieder) lernen (was wir schon einmal gekonnt haben oder von anderen Kulturen).

Gilt für Österreich, aber auch für andere Länder: Die Pressefreiheit! Im Presseindex von Reporter ohne Grenzen haben wir uns im Vergleich zum Vorjahr zwar leicht verbessert, sind aber seit 2015 nicht mehr in den Top Ten, aktuell Platz 22. Für eine funktionierende Demokratie ist Presse- und Medienfreiheit unabdingbar. Für die Bewältigung der Klimakatastrophe ist eine funktionierende Demokratie unabdingbar. Auch wenn die Freiheit von Presse und Medien bei uns noch relativ stabil zu sein scheint (im Index ‚zufriedenstellend‘) so ist sie doch gefährdet. Das zeigt sich aktuell z.B. darin, unabhängig denkende und kritische Journalist:innen wie Karim El-Gawhary mit fadenscheinigen Begründungen nicht weiter beschäftigen zu wollen (zur Petition). Wir könnten stattdessen wieder in die Top 10 kommen wollen. Jedenfalls sollten wir wachsam sein.

Nur drei lokale Beispiele, vieles gäbe es anzufügen, im Kleinen wie im Großen. Uns allen wünsche ich, dass wir auf die drei Fragen in den kommenden Jahren die passenden Antworten finden und sie auch umsetzen werden. Dann tun wir vielleicht das Richtige, um die Katastrophe, wenn schon nicht zu verhindern, zumindest abzumildern oder zu verkürzen bzw. in der Katastrophe möglichst lange möglichst gut zu über/leben. Gemeinsam und solidarisch, innerstaatlich und global.

Geschenk oder Verantwortung

Freitag 5.12.2025
17.00 Uhr
Votivpark


Und wieder wird geradelt, Radeln For Future:
„Unsere letzte Raddemo in diesem Jahr widmen wir den Geschenken, die wir dieses Jahr von der Politik NICHT bekommen haben: eine Umgestaltung der Wallensteinstraße mit mehr Grün und Fahrradwegen, eine endgültige Absage des vorgestrigen Projekts Lobau-Autobahn, ein Klimaschutzgesetz, eine Neugestaltung der Gumpendorfer Straße …“

„Damit wir all diese Enttäuschungen über nicht erhaltene Geschenke verkraften und außerdem die kalten Dezember-Temperaturen aushalten können, haben wir von Radeln For Future eine Überraschung für euch. Wir lassen uns die Freude und den Spaß am Radfahren nicht verderben und werden auch weiter dafür protestieren, dass allen klimafreundlichen Fortbewegungsarten Vorrang eingeräumt wird.“

Infos hier

‚Schlaflos in Rasumofsky …‘

Ohnmachtsgefühle breiten sich aus, die Wut wächst und raubt den Schlaf. Wohin damit, frag ich mich immer wieder und weiß keine Antwort. Manchmal geistern Gewaltphantasien durch meinen Kopf, nächtens, Antwort sind sie höchstens in der Phantasie und nichtmal da, weitergedacht schon gar keine Lösung, genau das Verkehrte. Apropos Verkehr: Auch da ist die Gewalt im Spiel, wird lebendiger Boden panzerfest zugeteert. Autos rollen drüber, mit Glück eine ‚Zeitersparnis von 15 Minuten‘. Zeit sei Geld … und verstopft den Tunnel im Gehirn der Macher.

Die zunehmende Gewalt in der Welt ist genau das, was mich ohnmächtig und wütend macht. Gewalt gegen Menschen, Gewalt gegen die Natur. En vogue geworden ist das Recht des Stärkeren.  

Als ein Seniors For Future schau ich vor allem auf’s Klima hin. Die Gewalt, die Menschen und Natur aktuell erdulden, Menschen als Täter und Opfer gleichermaßen, führt zielgenau in die Klimakatastrophe. Nicht nur der Kollaps von Klima und biologischer Vielfalt, auch der Kollaps von Gesellschaften steht vor der Tür, oder – fragt der Kasperl: Seid ihr alle da? Ja! schreien sie. Ja! Wir sind schon da! Hier und jetzt! Bloß – ihr wollt uns halt nicht sehen und nehmt uns nicht für voll und sobald ihr uns spürt, verdrängt ihr uns schnellstmöglich. Das lieben wir an euch, wir drei Kollapsen, dass ihr so gern verdrängt. Und damit nicht genug, ihr nährt uns noch mit eurem ÖL und Gas, mit Kohle und Faschismus. Gift für euch, für die Kollapsen ein Fest. Sie wuchern munter weiter.

Nicht alle frönen der Verdrängung, viele sind schon so betroffen, dass sie um’s blanke Überleben kämpfen müssen. Kopf über Wasser halten ist dort die Realdevise. Bei uns im gemütlichen Österreich, da denkt man lieber: Schau’n ma mal. So schlimm wird’s schon nicht werden, noch spüren wir nicht viel. Herr Ober!

Während wir hier die Melange genießen, sind Krieg und Not in Gaza kaum gebremst, Katastrophe im Sudan und Krieg in der Ukraine. „Demokratischer Faschismus“ wächst bereits in unseren Breiten aus jedem Riss im versiegelten Boden, faschistoide Gewalt und Gesinnung, die das gefühlt bei uns noch freie Leben bedroht. Mit der Ausbreitung von Wüstengebieten durch den Klimawandel wachsen politisch sozial/gesellschaftliche Wüsten gleich mit. Angst ist der Liebling der Herrscher, Kriegsangst wird geschürt, wie real auch immer, und mündet in panisch anmutende Aufrüstung. Tunnelblick, scheint nichts anderes zu geben oder geben zu wollen. Rüsten alle auf, rückt der Krieg näher. Friedensbewegung? Sollte laut sein, doch man hört sie kaum. Und neben alledem nimmt Klimanotstand seinen Lauf.

Noch einmal die Frage: Wie könnte ich da Antwort finden? Mit Blick auf so ein überwältigendes Geschehen hier und dort. Widerstand? Und wie?

Sparen müssen wir, sagen sie, und sagen gleich dazu, wo sie es am besten finden: Gespart wird im Sozialbereich, bei Gesundheit und Bildung, Mindest(!)sicherung, Pflege und Suchthilfe, bei den kleinen Kulturbetrieben, der freien Szene, Bürger:innen-Projekten, den Öffis … hier in Wien und anderswo. Gespart wird bei den Ärmeren, die Reichen einfach so gelassen. Im Gegenteil, wenige Vermögen steigen ins Unermessliche, während viele jeden Cent umdrehen, bangen um die Existenz. Die wachsende Kluft sprengt den Zusammenhalt und befeuert den Gesellschaftskollaps. Drohender Abstieg, Armut machen Angst. Zahl ich Miete oder kauf ich was zu essen? Widerstand? Und wann? Wo ist der Kotzkübel.

Schlaflos in Rasumofsky, Gedanken lärmen durch den Kopf. Zumindest macht es Sinn zu demonstrieren, offene Briefe zu schreiben, Mails an die Politiker:innen, Petitionen unterschreiben, Kundgebungen auf der Straße, Gespräche führen, Wissen vermitteln, auf die Menschen zugehen und versuchen, sie abzuholen wo sie sind, samt ihren Emotionen, … . Und trotz alledem? So eine Überraschung, dass die letzte COP nicht viel gebracht hat. Das Kleingedruckte müsse man lesen, weiß die Expertin im ORF, dann sei es nicht so schlimm. Nur: Klimanotstand schreibt sich groß.

So viele Projekte und Initiativen hier bei uns und anderswo, für anders leben, frei gemeinsam leben, in und mit Natur. Solidarität mit ihr und Menschen, Gruppen und Völkern – mag unsere ‚Zärtlichkeit‘ sein. Mit Hoffnung und Humor