Presseaussendung der Parents For Future zum aktuellen Scheinklimaschutz

Sanktionslose Zielvorgaben sind reine Lippenbekenntnisse und ihr Papier nicht wert

Wien, 22. August 2026 — Der von der Koalition als Erfolg gefeierte Gesetzesentwurf für ein Klimagesetz ist für Parents For Future nur eine zahnlose Absichtserklärung, mit der der dringend nötige Schutz unserer Lebensgrundlagen nicht erreicht werden kann.

Obwohl Österreich auf direktem Kurs ist, das mit der EU vereinbarte Klimaziel für 2030 zu verfehlen, betont Landwirtschaftsminister Totschnig in der ZIB2 stolz, dass der Klimafahrplan „ohne Sanktionen” komme und dass die von der Wirtschaft geforderte Standortklausel es erlaube, den Fahrplan bei „volkswirtschaftlichen Verwerfungen” zu korrigieren.

Während für Industrie und Energiesektor weiterhin das EU-Klimagesetz mit eigenen Sanktionen gilt, bleiben ausgerechnet jene Bereiche sanktionslos, die ihre Ziele seit Jahren am deutlichsten verfehlen: Verkehr, Landwirtschaft, Raumplanung und Abfallwirtschaft.

Sandra Weilnböck von Parents For Future Österreich kritisiert: „Ein unverbindliches Gesetz, das man bei jeder Krise aussetzen kann, ist kein Klimapfad, sondern bestenfalls eine Wette darauf, dass nichts passiert und sich alle an die Spielregeln halten.”

Selbst nach Hunderten Hitzetoten und massiven Dürreschäden scheut die ÖVP sich nicht, ein Gesetz mit bequemer Hintertür zu verlangen. Auch wenn die ÖVP die Hauptverantwortung für die fehlende Verbindlichkeit trägt, hätten die anderen Koalitionsparteien ihre Zustimmung zu dieser Farce verweigern müssen. Nach Ansicht von Parents For Future stellt der vorliegende Gesetzesentwurf unter Umständen sogar eine Verschlechterung der klimapolitischen Rahmenbedingungen dar, da die Bevölkerung damit glaubt, dass die Regierung effektiv das Klima und uns alle schützen will.

Fest steht, dass ein Klimagesetz ohne verlässliche Rahmenbedingungen das Risiko für all jene erhöht, die bereits in klimaneutrale Technik investieren. Darüber hinaus könnte die Standortklausel die absurde Folge haben, dass nach den nächsten katastrophalen Klimafolgen, ob langanhaltende Dürre oder großflächige Überschwemmungen, das Klimagesetz aus wirtschaftlichen Gründen ausgesetzt werden könnte.

Parents For Future hat die fehlende Verbindlichkeit in einem offenen Brief an WKÖ, IV und Wirtschaftsbund bereits scharf kritisiert: Wer über die Kosten von Klimaschutz spricht und vor verbindlichen Zielen zurückschreckt, blendet die um ein Vielfaches höheren Kosten des Nichthandelns aus. Dabei zeigen die Dürreschäden von rund einer Milliarde Euro, dass diese Rechnung längst läuft.

Regelmäßig wird das BIP vorgeschoben, wenn alte Wirtschaftsstrukturen gestützt werden sollen, anstatt Anpassungen und Umstellungen zu fördern und damit unsere langfristige Wirtschaftsposition zu stärken und zukunftsfit zu gestalten. Abgesehen davon, dass sich Österreichs wirtschaftliche Leistung trotz aller Standortpolitik der ÖVP im europäischen Vergleich eher bescheiden ausnimmt, wäre es höchste Zeit, endlich das langfristige Wohlergehen der Bevölkerung als wesentliches Kriterium zu verwenden. Konsequenter Klimaschutz und effektive Klimawandelanpassung sind kein Nice-to-have, über das man verhandeln kann, wenn es für einen selbst unbequem wird, sondern eine unverzichtbare Voraussetzung für den Fortbestand unserer Zivilisation. In der aktuellen politischen Debatte ist das – über Parteigrenzen hinweg – noch nicht angekommen.

“Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit sind untrennbar miteinander verbunden,” betont Josef Winter von Parents For Future und fügt hinzu: „Verlässlichkeit ist keine Ideologie, sondern die Grundlage jeder Investition. Ein Klimagesetz mit eingebauter Fluchttür schützt niemanden.”

Bitte weiterverbreiten

Offener Brief an die Regierung.

Sehr geehrte Regierungsverantwortliche !

Europa brennt. Die Klimakrise – ein nationaler Notstand.

41 Grad, massive Ernteausfälle, brennende Wälder, Wasserknappheit, Notschlachtungen, verlorene Gletscher, Hunderttausende vertriebene Menschen und immer mehr Hitzetote in Europa.

Hitzeschutz kostet, Nichtstun noch viel mehr. Seit 890 Tagen gibt es in Österreich kein Klimaschutzgesetz, keine verbindlichen Klimaziele, keine klaren Zuständigkeiten, keine Konsequenzen, wenn Ziele verfehlt werden!

Jeder verlorene Tag verschärft die Folgen dieser Krise. Im Sinne der Zukunftssicherung und Generationenverantwortung fordern wir die Regierungsverantwortlichen auf:

  • Bringen Sie unverzüglich ein wirksames Klimaschutzgesetz ins Parlament ein – mit verbindlichen Maßnahmen, klaren Zuständigkeiten und überprüfbaren Zielen;
  • Machen Sie Klimaschutz zu einer politischen Priorität;
  • Führen Sie, der aktuellen Lage entsprechend, umfassende Sofortmaßnahmen ein;
  • Sagen Sie Nein zur Abschwächung des europäischen Klimaschutzes: Der CO-Preis für Industrieunternehmen (EU-ETS) ist ein essentielles Klimaschutzinstrument. 
  • Setzen Sie das im Regierungsprogramm vereinbarte Paket für Gebäudesanierung um. Wärmedämmung schützt die Menschen vor überhitzten Wohnungen und steigenden Heizkosten.
  • Stoppen Sie klimaschädlicher Subventionen für fossile Energieträger;
  • Lassen Sie den Fortschritt beim Klimaschutz nicht länger an politischen Blockaden und kurzfristigen Interessen scheitern;
  • Erkennen Sie die Klimakrise als nationalen Notstand.
  • Finanzierung durch „Reichensteuer“, die Millionäre einfordern.[1]

Expert*innen fordern eine Gesamtstrategie für Klimaanpassung – mit Finanzierung und Priorisierung. Beim Klimaschutz zählt jedes Zehntel Grad.

Jede vertagte politische Entscheidung und jeder weitere Hitzesommer ohne Schutzmaßnahmen kostet Menschenleben und multipliziert die Kosten.

Es ist Zeit zu handeln.
Nicht morgen.
Jetzt.

Mag.Elisabeth Eppel

[1] „Überreichtum – Millionäre fordern Reichensteuer“ (Weltjournal, ORF2, 10.12.25)

Bitte weiter teilen und selbst an die Regierung schicken, am besten mit dem eigenen Namen. Organisation kann, aber muss nicht dabei sein. Ein paar eigene Zeilen können, aber müssen nicht dabei sein. 
Die Vorlage ist hier zu finden.

Ist da jemand ???

Leider nein!
Kein Minister.
Keine Regierung.

Obwohl wir vor kurzem Minister Totschnig in der ZIB2 sehen und hören konnten, war von einem Politiker, der Verantwortung übernimmt weit und breit nichts zu sehen. Von ihm nicht und auch von der Regierung nicht. Menschen sterben an der Hitze, Flüsse trocknen aus, Wälder brennen, Ernten verdorren, Vieh muss notgeschlachtet werden. Bei einer Krise dieses Ausmaßes hätte längst ein Krisenstab eingesetzt werden müssen. Anstattdessen wird darüber gestritten, wie man den Landwirt:innen die Schäden monetär abgelten soll. Sie nennen es Verhandeln. Bei einem (nur bist jetzt) Schaden von einer Milliarde Euro. Angesichts einer solchen Ignoranz könnte man glatt aus der Haut fahren.

ZIB2: „So überraschend wie sie sie sagen ist es nicht, Experten haben es vorausgesagt, warum hat das Ministerium sich nicht schon viel früher auf diese Szenarien vorbereitet?“
Minister: „Sie haben recht, der Klimawandel ist in der Land- und Forstwirtschaft eine Realität, wir beobachten das seit vielen Jahren, … „
ZIB2: „Und trotzdem hat das Ministerium kein eigenes Konzept und kann sagen, so können wir den betroffenen Landwirt.innen helfen.“
Minister: „Wenn die Hälfte des Futters fehlt, dann müssen sie zukaufen. [… nennt Beispiel aus Tirol …] dem fehlt die Hälfte der Ernte, das heißt er muss einen Betrag von über 10.000 Euro Futter zukaufen, schafft er das nicht, muss er bis zu einem drittel des Rinderbestandes abbauen. Deshalb haben wir auch den Stau vor den Schlachthäusern derzeit.“
ZIB2: „Aber lassen Sie diese Landwirte als Regierung jetzt alleine, oder wollen Sie ihnen unter die Arme greifen.“
Minister: „Genau das wollen wir nicht. Wir wollen deswegen alle noch einmal zusätzlich unterstützen, weil das Ausmaß einfach so groß ist.“
ZIB2: „Aber wie?“
Minister: „Über das verhandeln wir grad, ich hab da Vorstellungen, dass wir z.B. Betriebsmittelkredite zur Verfügung stellen […] wir wollen auch darüber nachdenken, wie wir im Bereich der Sozialversicherung entlasten können […]
ZIB2: „Wann soll das konkret kommen?“
Minister: „Wir haben die Vorschläge diskutiert, aber klar ist wir brauchen in den nächsten Tagen finale Entscheidungen, die Bauern und Bäuerinnen warten auf eine Antwort…“

Jetzt is aber genug. Das gesamte Interview lang beantwortet der Minsiter kaum eine Frage, redet herum, spricht von einer historischen Katastrophe, mit der niemand gerechnet habe (!). Seit Jahrzehnten wussten ‚wir‘ es, in der Bevölkerung zum Großteil erst in den letzten 10 bis 20 Jahren sehr langsam ins Bewusstsein geschlichen, konkreter wohl seit 2015/2018. Konzerne und Regierungen, das ist inzwischen bekannt, wußten es seit Jahrzehnten. Sie haben es vorgezogen, darüber zu schweigen, schönzureden, bloß nicht an der gewohnten nord-westlichen Lebensweise kratzen.

Die Konzerne haben geschwiegen und eine Desinformationskampagne nach der anderen rausgehauen, um weiterhin ihre Profite einzufahren. Die Parteipolitik vielleicht, um wieder gewählt zu werden. Zu schnell tauchen (bewusst geschürte) Ängste auf, für Klimaschutz müssten wir uns einschränken und etwas von unserem Wohlfühl-Leben abzwacken, der Staat wolle uns etwas verbieten oder wegnehmen. Unabhängig davon, ob das stimmt oder nicht, Parteien, von denen wir solches erwarten, wählt man nicht gerne. Und: Ein Klimaschutzgesetz, wenn es wirksam sein wollte,  wäre zumindest vorerst mit Eingriffen des Staates in die Wirtschaft verbunden. In der neoliberal freien Marktwirtschaft ein No-Go.

Zurück  zur österreichischen Realität. Minister Totschnig sagt es erstaunlich klar: „Wenn die Dürre so groß ist und Rinderbestände abgebaut werden müssen, dann haben wir nächstes Jahr das Thema, woher kommen die Lebensmittel, woher kommt das Fleisch, die Milch woher kommt das Getreide fürs Brot, woher das Gemüse.“

Er benennt die Sachlage und dann – nichts. Dabei ginge es um Sicherheit, ein Thema, das diese Parteien sehr gerne in Szene setzen. Ernährungssicherheit! Unser ‚täglich Brot‘ ist in Gefahr! Wäre das nicht ein Anlass, endlich ins Handeln zu kommen? Hm? Herr Minister?

Der Minister und die „historische Katastrophe.“

 

Aufgetaucht.
Minister Totschnig wurde heute im Ö1 Morgenjournal gehört.

 

Nach längerer Abwesenheit hat sich Minister Totschnig heute wieder zu Wort gemeldet. Wir hätten eine historische Katastrophe, er sei total betroffen von dem Ausmaß und nehme die Krise sehr ernst, so der Minister unvermutet auf Ö1. Eine ‚historische Katastrophe‘ – da frag ich mich spontan und laienhaft, wo bleibt der Krisenstab. Wenn die Regierung die Katastrophe so ernst nimmt wie der Minister und die Situation tatsächlich als außergewöhnliche Krise einstuft, muss sie erklären, welche außergewöhnlichen Koordinations- und Sofortmaßnahmen daraus folgen.

Hitze, Dürre, Trockenheit, da geht es nicht ’nur‘ um die Landwirtschaft. Die gesundheitlichen Folgen der Hitze reichen weit über die Landwirtschaft hinaus. Besonders ältere und gesundheitlich vulnerable Menschen sind gefährdet; Hitzebelastung führt nachweislich zu zusätzlicher Sterblichkeit. Neben Sofortmaßnahmen müssten auch die Ursachen ernst genommen und Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung zumindest eingeleitet werden.

Totschnig will erstmal beim Finanzminister anklopfen und in Verhandlungen gehen, woher das Geld kommen solle, um ein riesiges Ausmaß an Schäden in der Landwirtschaft abzugelten. Betroffen ist das gesamte Bundesgebiet und sämtliche Sparten. Er gehe mit den Zahlen der Hagelversicherung (Kurt Weinberger im ORF) ins Finanzministerium. Aktuell belaufen sich nur die bisherigen Schäden auf 1 Milliarde Euro. Warum wird die Situation politisch noch überwiegend als Schadensfall behandelt und nicht als strukturelle Folge eines sich verändernden Klimas? Wir brauchen sowohl wirksamen Klimaschutz als auch eine systematische Klimaanpassungsstrategie.

Minister Totschnig weiter: „…die Wissenschaft sagt, dass wir mit zunehmenden Extremwetter-Ereignissen zu rechnen haben, wir wissen von der Geosphere Austria, wenn es um Naturgefahrenmanagement geht, dass wir in den nächsten Jahren 15-20% mehr Extremwetterereignisse [Faktenchek Klimawandel, 06] haben werden, das heißt es gibt Handlungsbedarf, das heißt, ein Klimaschutzgesetz muss jetzt auf den Tisch„. Das lässt zumindest die Hoffnung aufkommen, dass die Warnungen, die von Seiten der Wissenschaft seit Jahrzehnten proklamiert werden, duch die aktuelle Dürre endlich ernst genommen werden.

Ja, Herr Minsiter, es gibt Handlungsbedarf – in Ihrem Ressort und auch in der Bundesregierung, der Sie angehören. Wenn die Regierung die Klimafolgen selbst als historische Katastrophe bezeichnet, kann ihre Antwort nicht darin bestehen, nach jedem Ereignis über die Finanzierung der Schäden zu verhandeln. Sie muss zugleich dafür sorgen, dass Österreich widerstandsfähiger gegen die bereits unvermeidbaren Folgen wird und die Ursachen der weiteren Verschärfung bekämpft.

Das Klimagesetz, das nicht nur von anderen ausgebremst und blockiert wurde, muss im Herbst beschlossen werden.Es braucht rechtlich verbindliche Klimaziele, klare Reduktionspfade mit Zwischenschritten, konkrete Sektorenvorgaben, ein regelmäßiges Monitoring sowie transparente Korrekturmechanismen bei Zielverfehlungen (Kontext Institut).

Ö1 Morgenjournal 11.08.2026

„Keine Verbrenner-Autos in Städten ab 30 Grad“

So viel wurde in den letzten Tagen und Wochen über Hitze, Trockenheit und Dürre, Waldbrände und Wassernot geschrieben, gezeigt und besprochen, in den ofiiziellen Medien wie auch auf social media. Von Expert:innen mit und ohne Expertise und anderen. Und darüber, wie die katastrophalen Ereignisse und Zustände heuer mit dem Klimawandel zusammenhängen. Plötzlich medienfähig.

Die Hitze wird mit zunehmender Dauer immer unerträglicher. Und das wirkt sogar auf die Psyche belastend (!), auch darüber wird aktuell vielerorts herumgetrötet. Von Seiten der Politik hört man vor allem eines: Anpassungsmaßnahmen. Unmittelbar wichtig, keine Frage, wir brauchen raschest Anpassungsmaßnahmen, die vulnerable Gruppen schützen, Städte kühlen, Wasser nachhaltig verwalten und vieles mehr. Und doch plagen mich stärker die Dinge, worüber kaum oder gar nicht gesprochen wird: Klimaschutz und Verursachung.

Verständlich, dass uns aktuell spürbare Maßnahmen näher liegen als solche, die erst in der Zukunft ihre Wirkung entfalten, falls überhaupt. Allerdings geht es dabei um die Frage, wie und ob Menschen die klimatische Katastrophe überleben werden. Keine Kleinigkeit. Die klimatische Katastrophe, deren Vorboten wir heuer am eigenen Leib zu spüren kriegen. Dachte, es müsste sich eigentlich ein Aufschrei durch die Bevölkerung bewegen wie die Welle durchs Stadion. Jetzt ist es Zeit zu handeln und etwas gegen die Erderwärmung zu unternehmen!

Falsch gedacht. Der Augenblick ist uns näher als die Zukunft und – je größer der ‚Bedrohungsapparat‘ umso stärker die Verdrängung und umso lieber befolgen wir, was uns die Oberen sagen. Die Verursacher der Ursachen werden geschont. Die großen Konzerne, allen voran die Ölkonzerne, die Superreichen mit ihren eklatanten CO2-Bilanzen bei gleichzeitiger Klimawandelleugnung und Unterstürzung rechtsextremer Lager, der miltitärisch industrielle Komplex, ein Großteil der Politik und einige mehr. Und auch unsere ‚Imperiale Lebensweise‚. Es geht um den eigenen Vorteil, Profitmaximierung und um den Erhalt von Macht und Idenität. Rücksichtslos.

Keine Chance für Klimaschutz? Ein Verbindungsglied zwischen Anpassung und Ursachenbekämpfung könnte das von Ulrich Brand (im Standard) vorgeschlagene Verbot für Verbrenner-Autos in Städten ab einer Temperatur von 30 Grad sein. Das bringt eine spürbare Verringerung der Hitze und damit Akzeptanz, und gleichzeitig einen Moment der Ursachenbekämpfung, weniger CO2 in die Atmosphäre. Vielleicht sogar für Vasallen der Verursacher, z.B. die Tankstellen, spürbar. Immerhin 30 Tage, in den ersten 7 Monaten von 2026. Ein ganzer Monat weniger CO2.

Vielleicht könnte man daran anknüpfend eine Kampagne aufbauen, die immer möglichst nahe am Spürbaren bleibt. Die der Rücksicht wieder einen Wert gibt. Wenn ich nicht mit meinem Auto in die Stadt fahr, danken es mir die Stadtbewohner. Den Effekt kann ich bei Gesprächen in der Straßenbahn mithören. „Du, i find des super, dass die Autos jetz nimmer reinfahren dürfen. I merk’s jedesmal, wenn i an der Kreuzung steh. Is echt feiner. Und ruhiger is es auch.“

Radeln For Future:

„Am 7. August feiern wir „5 Jahre Radeln For Future“! Seit 2021 radeln wir monatlich, um die politisch Verantwortlichen daran zu erinnern, wie wichtig es ist, die Verkehrswende voranzutreiben.“

 

„Die Route führt u.a. zu den Anfängen von Radeln For Future. 2021 erreichte der Protest gegen die Stadtstraße einen Höhepunkt. Dieser Autobahnzubringer ist nicht nur eine Vorleistung für die S1 mit dem Lobautunnel, sondern auch ein Mahnmal für die zukunftsfeindliche Politik der Wiener Punschkrapferlkoalition.“

Treffpunkt: 17:00 Uhr beim Votivpark
Abfahrt: 17:30 Uhr
Ende und Abschlusskundgebung: ca. 20:00 Uhr am Wasser

Alle Infos hier

Die Regierung MUSS handeln

Hitze-Mahnwache

Warum: Eine Hitzewelle jagt die andere, Temperaturrekorde fallen, Europa brennt – die Klimakrise eskaliert vor unseren Augen, doch die Politik kehrt uns weiterhin den Rücken zu.

Wann: Dienstag 04.08.2026, 21.30 Uhr
Wo: Reichsratstraße 2, Wien (hinter dem Parlament)

 

 

Fridays For Future fordert zum Protest auf. Angesichts der herrschenden Hitze und Trockenheit und der extremen Waldbrände ist das Schweigen und Nicht-Handeln der Regierung/en eine unfassbare Verantwortungslosigkeit.

 

Während wir alle unter den Folgen der Klimakrise leiden, wird darüber gesprochen, die Klimaziele aufzuweichen, werden weiterhin immer mehr Treibhausgase in die Luft geblasen, wird im Klimaschutz gekürzt und fossile Energien gefördert.

Das darf so nicht weitergehen, Regierungen müssen handeln. ➡️ Hilf uns, Druck zu machen! Komm am Dienstag zur Protest-Mahnwache hinter dem Parlament.

Presseaussendung der Parents For Future Austria

Senior For Future unterstützt die Forderungen in der Presseaussendung der Parents For Future Austria vollinhaltlich. Wir erleben gerade live, dass wir uns mitten in der Klimakrise befinden. Anpassungsmaßnahmen sind notwendig, keine Frage, aber wenn wir nicht auch die Ursachen bekämpfen, werden die Klimakrisenfolgen bald so extrem sein, dass Anpassungsmaßnahmen nicht mehr wirken. Um das zu verhindern, müssen wir die Ursachen bekämpfen.

PARENTS FOR FUTURE AUSTRIA:

„Bei Klimafolgen nur Symptombekämpfung?
Dann trifft die volle Wucht unsere Kinder.

Wohin man blickt, zeigt dieser Sommer den dringenden Anpassungsbedarf an die stärker werdenden Klimafolgen. Die jahrzehntelangen Warnungen der Wissenschaft sind in Form von belastenden Hitzewellen, drohender Wasserknappheit und Waldbrandgefahr zur spürbaren Realität geworden. Für Parents For Future Austria ist allerdings klar: Anpassung ohne Klimaschutz reicht nicht aus.
[… … …]
“Auf der einen Seite sehen wir erhebliche gesundheitliche Belastungen – insbesondere für Kinder, ältere Personen und Menschen, die im Freien arbeiten. Auf der anderen Seite ist es nur eine Frage der Zeit, bis die wachsenden Belastungen für Land- und Forstwirtschaft sich in erheblichen Ernteausfällen äußern“, warnt Josef Winter. “Wir müssen also an vielen Ebenen gleichzeitig ansetzen. Wichtig ist, dass wir neben der Anpassung nicht auf die Ursachenbekämpfung vergessen!”

Eines möchte ich noch hinzufügen, die Belastungen durch Hitze sind auch für chronisch kranke Menschen (körperlich und psychisch) sowie für im Freien lebende, wohnungslose Menschen extrem und führen während jeder Hitzewelle zur Übersterblichkeit.

Hier geht’s zur ganzen Presseaussendung

 

Nur Anpassung ist zu wenig.

Die Regierung scheint fast ausschließlich auf Anpassungsmaßnahmen zu setzen. Kommt die Sprache auf die zunehmenden Hitzewellen, wird gern darauf verwiesen, es gebe einen Nationalen Hitzeschutzplan. Ist auch gut so. Nur halt zu wenig. Mittlererweile wird zugegeben, der Klimawandel verursacht, dass Hitzewellen immer heißer werden, länger dauern und öfter auftreten. Aber dass es auch für den Klimawandel Ursachen gibt, darüber hört man von Regierungsseite herzlich wenig. Fast scheint es, als ob das Wort Klimaschutz tabu wäre. Allerdings muss man anerkennen, dass sich im Bereich Ausbau der Windräder etwas zu bewegen scheint. Wie ernsthaft die Umsetzung angegangen wird, bleibt abzuwarten.

    

Vielleicht käme man unter Rechtfertigungsdruck, dass Klimaschutzmaßnahmen gekürzt wurden, während Fossile mit Milliarden gefördert werden. Die Sinnhaftigkeit solchen Vorgehens lässt sich nicht argumentieren und ist angesichts der aktuellen Entwicklungen irrational und verantwortungslos.

Doch ist es nicht nur das. Vor einigen Jahren noch wurde geglaubt, wenn die Klimawandelfolgen spürbarer werden, wächst der Zuspruch für den Klimaschutz. Leider falsch. Die Bereitschaft zur Verdrängung wächst. Vielleicht ist die Sache zu groß, zu diffus, zu weit weg. Klimaschutz wirkt vor allem in der Zukunft und viele sind sehr verunsichert darüber, wie diese Zukunft aussehen wird. Doch besser für das heute sorgen? Ursachenbekämpfung löscht keine Waldbrände und macht die Nächte während einer Hitzewelle nicht kühler.

Gleichzeitig wissen wir: Mit jedem zehntel Grad mehr globaler Temperatursteigerung gewinnt die Klimakatastrophe und deren Folgen an Zerstörungskraft. Für heuer kann man getrost sagen, wir sind schon mittendrin.

Die Regierung tut so gut wie nichts für die Ursachenbekämpfung, im Gegenteil, sie kürzt die Mittel für den Klimaschutz und fördert weiterhin mit Milliarden die fossile Industrie. Ist sie den Konzernen verpflichtet, dem Kapital und der Macht der Tech-Milliardäre? Oder dem, womit sie glauben, die nächsten Wahlen zu gewinnen? Wie auch immer die Fäden im Hintergrund verstrickt sind, sie verhindern langfristige Planung für effizienten Klimaschutz.

Veränderung kann nur von unten kommen.
Die Zivilgesellschaft ist gefragt.
Act now.

 

Wir haben es getan.

Mai 2026. So laut schreien wie möglich, damit die Gegenstimme nicht gehört wird. Das war die Devise von rechts und rechts außen, nachdem bekannt wurde dass der IPCC das schlimmste Szenario, RCP8.5, aus den Szenarien gestrichen hat. Klimakatastrophe abgesagt, Weltuntergang abgesagt, die Klimalüge, Klimakatastrophe als Betrug, sogar in ‚Die Presse‘ war zu lesen: Globale Erwärmung: Die abgesagte Apokalypse. Das alles hatte nur einen Sinn: Davon abzulenken und zu verschleiern, dass die Streichung von RCP8.5 das Ergebnis eines Erfolges war, Ergebnis erfolgreicher Klimaschutzmaßnahmen. RCP8.5 konnte nur gestrichen werden, weil Klimaschutzmaßnahmen gegriffen und Wind und Solarenergie sich unerwartet schnell entwickelt und verbreitet haben.

Nie war es eine Prognose und schon gar keine ‚Prophezeiung‘, sondern eben ein Szenario, was wäre, wenn wir weiterhin ungebremst fossile Stoffe verbrennen und in die Luft pusten würden. Dem haben Wind, Sonne und Klimaschutz einen Strich durch die Rechnung und so das schlimmste, ja, nur das ‚allerschlimmste‘ Szenario unwahrscheinlich gemacht.

‚RCP8.5 nicht mehr wahrscheinlich, wir sind auf dem richtigen Weg‘, ‚RCP8.5 gestrichen: Wind und Solarenergie wirkt‘, ‚RCP8.5 gestrichen: Energiewende könnte Klima retten‘. – so ähnlich hätten die Schlagzeilen aussehen können, mit Artikeln, die uns darin bestärken, dass wir uns zwar immer noch auf einem Pfad befinden, der in die Überhitzung führt, wir aber auf dem richtigen Weg sind und wirksame Mittel besitzen, den Treibauseffekt einzudämmen: Weitere Klimaschutzmaßnahmen, Fossiles Verbrennen beenden, Erneuerbare Energieformen ausbauen. Das haben ‚wir‘ getan und damit RCP8.5 sehr wahrscheinlich verhindert.

Ausnahmsweise mehr vom Gleichen, wenn es um die Erneuerbaren geht. Wenige Zeitungen titelten in dieser Richtung. Der Standard: „RCP8.5“: Ist die Klima-Apokalypse abgesagt? Leider noch lange nicht und erfreulicher Weise gerade die Gratis-Zeitung ‚heute‚: ‚Warum die „Klimaentwarnung“ ein Trugschluss ist‘ und anschließend: „Die aktuelle Debatte wird politisch instrumentalisiert. RCP8.5 war nie eine Prognose, sondern ein bewusst extremes Hoch-Emissionsszenario.“ Zugegeben, das hat mich überrascht.

Interessante Infos zur medialen Berichterstattung über die Klimaveränderung: Netzwerk Klimajournalismus Österreich (Partnerorganisationen in Deutschland und der Schweiz). Klima-Kodex