Das Südwindfest 2026, eine gelungene Veranstaltung. Ein ‚Festteil Klima‘ mit den Seniors For Future, Parents For Future, Teachers For Future, den Scientist For Future, Grandparents For Future und Omas For Future, weiteren Gruppen der For Future Allianz sowie Future Aid, Gradrecht und Climate Austria.
Seniors For Future: Was ist das eigentlich? Wurden wir immer wieder gefragt. Wer seid ihr, was macht ihr? Nicht ganz einfach zu beantworten. Eines haben wir mit den Omas und den Grandparents For Future gemeinsam: Unsere Zielgruppe sind Menschen in der zweiten Lebenshälfte. So weit so einfach. Und sonst? Klimaschutz. Vorweg: Wenn wir uns für die sofortige Umsetzung eines radikal zu forcierenden Klimaschutzes einsetzen, gilt das natürlich auch den nachkommenden Generationen, Kindern, Enkel:innen und den Generationen der fernen Zukunft.
Doch unser Schwerpunkt, würde ich sagen, liegt im ‚Hier und Jetzt‘. Da gehört z.B. dazu, dass es um den Schutz der vulnerablen Gruppe älterer Menschen geht. Ältere Menschen leiden (gemeinsam mit anderen vulnerablen Gruppen wie Säuglinge und Kleinkinder, chronisch kranke Menschen, Obdachlose, Einsame) mehr unter Hitze als andere. Hitzewellen kommen öfter, dauern länger und werden intensiver, die Temperaturen steigen, und damit die physische und psychische Belastung dieser Menschen. Dafür braucht es besondere Maßnahmen, um die Belastungen während der Hitzewellen abzumildern und Hitzetote, die zu einem hohen Anteil aus den vulnerablen Gruppen kommen, zu vermeiden.
Eine zweite Sache ist die ungerechte Verteilung innerhalb der Gruppe. Personen der ärmeren Hälfte der Bevölkerung wohnen viel öfter in verkehrsintensiven Vierteln (in Wien z.B. am Gürtel), in schlecht isolierten Wohnungen (im Sommer heiß, im Winter schwer zu heizen) mit erhöhter Lärm- und Feinstaubbelastung, … sie haben deutlich mehr unter den Klimawandelfolgen zu leiden, als Personen in einer Villa im Grünen, inkl. Klimaanlage. Diese Ungerechtigkeit gilt sowohl innerhalb Österreichs, noch viel krasser aber für den gesamten Globus. Wir leisten Widerstand gegen diese Ungerechtigkeit, die im ‚Hier und Jetzt‘ Millionen Menschen gefährdet.
Diese Liste könnte noch lange fortgeführt werden, betrifft aber vor allem Anpassungsmaßnahmen. Das ist der eine Part. Der andere ist die Ursachenbekämpfung. Es braucht unbedingt beides, bekämpfen der Ursachen sowie Anpassungsmaßnahmen an bereits spürbare Mehrbelastung durch den Klimawandel und als Drittes die Vorbereitung auf die Befähigung zur solidarischen Krisenhilfe in einer zusehends kollabierenden Welt, um den Kampf jeder für sich und ich gegen alle zu vermeiden. Diesem Part widmet sich vor allem die Kollapsbewegung. Klima- und Kollapsbewegung sind zwei einander ergänzende Bewegungen in einer von mehrfachen Krisen und Klimanotstand geplagten Welt. Seniors For Future setzen sich sowohl für die Bekämpfung der Krisen-Ursachen wie auch für aktuell notwendige Anpassungsmaßnahmen ein. Wo wir können, unterstützen wir natürlich auch die solidarische Krisenhilfe.
Wir verstehen uns als Teil einer breit aufgestellten Klimabewegung sowie der lokal und global unzähligen zivilgesellschaftlichen Initiativen, die sich für Klima, den Schutz der Biodiversität, Demokratie und Menschenrechte einsetzen und dem globalen Trend zu Autokratie und Totalitarismus Widerstand leisten. Mit viel Energie, Zeit und Arbeit und – auch das Erleben von Gemeinschaft und sozialem Zusammenhalt, Spaß und Humor darf nicht fehlen.
Die Allianz For Future, ursprünglich für die Unterstützung von Fridays For Future gegründet, umfasst inzwischen 18 Gruppen und ist sozusagen unser ‚Heimatbezirk‘. Die verschiedenen Gruppen decken ein breites Spektrum an Zielgruppen ab und bieten spezifische Programme für unterschiedliche Bedürfnisse. Neben der Einzelarbeit der Gruppen gibt es auch das große Ganze, gemeinsame Aktionen der gesamten Allianz oder von mehreren Gruppen, fast immer in Kooperation mit weiteren zivilgesellschaftlichen Initiativen.
Soweit eine ungefähre subjektive Einordnung. Es sind meine persönlichen Gedanken, sie beruhen nicht auf einem gemeinsamen Beschluss der Gruppe. Umso mehr freue ich mich über Kommentare, Rückmeldungen und konstruktive Kritik.
Ein weiterer Beitrag zu den Aktionen am Südwindfest kommt demnächst.