Der Minister und die „historische Katastrophe.“

 

Aufgetaucht.
Minister Totschnig wurde heute im Ö1 Morgenjournal gehört.

 

Nach längerer Abwesenheit hat sich Minister Totschnig heute wieder zu Wort gemeldet. Wir hätten eine historische Katastrophe, er sei total betroffen von dem Ausmaß und nehme die Krise sehr ernst, so der Minister unvermutet auf Ö1. Eine ‚historische Katastrophe‘ – da frag ich mich spontan und laienhaft, wo bleibt der Krisenstab. Wenn die Regierung die Katastrophe so ernst nimmt wie der Minister und die Situation tatsächlich als außergewöhnliche Krise einstuft, muss sie erklären, welche außergewöhnlichen Koordinations- und Sofortmaßnahmen daraus folgen.

Hitze, Dürre, Trockenheit, da geht es nicht ’nur‘ um die Landwirtschaft. Die gesundheitlichen Folgen der Hitze reichen weit über die Landwirtschaft hinaus. Besonders ältere und gesundheitlich vulnerable Menschen sind gefährdet; Hitzebelastung führt nachweislich zu zusätzlicher Sterblichkeit. Neben Sofortmaßnahmen müssten auch die Ursachen ernst genommen und Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung zumindest eingeleitet werden.

Totschnig will erstmal beim Finanzminister anklopfen und in Verhandlungen gehen, woher das Geld kommen solle, um ein riesiges Ausmaß an Schäden in der Landwirtschaft abzugelten. Betroffen ist das gesamte Bundesgebiet und sämtliche Sparten. Er gehe mit den Zahlen der Hagelversicherung (Kurt Weinberger im ORF) ins Finanzministerium. Aktuell belaufen sich nur die bisherigen Schäden auf 1 Milliarde Euro. Warum wird die Situation politisch noch überwiegend als Schadensfall behandelt und nicht als strukturelle Folge eines sich verändernden Klimas? Wir brauchen sowohl wirksamen Klimaschutz als auch eine systematische Klimaanpassungsstrategie.

Minister Totschnig weiter: „…die Wissenschaft sagt, dass wir mit zunehmenden Extremwetter-Ereignissen zu rechnen haben, wir wissen von der Geosphere Austria, wenn es um Naturgefahrenmanagement geht, dass wir in den nächsten Jahren 15-20% mehr Extremwetterereignisse [Faktenchek Klimawandel, 06] haben werden, das heißt es gibt Handlungsbedarf, das heißt, ein Klimaschutzgesetz muss jetzt auf den Tisch„. Das lässt zumindest die Hoffnung aufkommen, dass die Warnungen, die von Seiten der Wissenschaft seit Jahrzehnten proklamiert werden, duch die aktuelle Dürre endlich ernst genommen werden.

Ja, Herr Minsiter, es gibt Handlungsbedarf – in Ihrem Ressort und auch in der Bundesregierung, der Sie angehören. Wenn die Regierung die Klimafolgen selbst als historische Katastrophe bezeichnet, kann ihre Antwort nicht darin bestehen, nach jedem Ereignis über die Finanzierung der Schäden zu verhandeln. Sie muss zugleich dafür sorgen, dass Österreich widerstandsfähiger gegen die bereits unvermeidbaren Folgen wird und die Ursachen der weiteren Verschärfung bekämpft.

Das Klimagesetz, das nicht nur von anderen ausgebremst und blockiert wurde, muss im Herbst beschlossen werden.Es braucht rechtlich verbindliche Klimaziele, klare Reduktionspfade mit Zwischenschritten, konkrete Sektorenvorgaben, ein regelmäßiges Monitoring sowie transparente Korrekturmechanismen bei Zielverfehlungen (Kontext Institut).

Ö1 Morgenjournal 11.08.2026

„Keine Verbrenner-Autos in Städten ab 30 Grad“

So viel wurde in den letzten Tagen und Wochen über Hitze, Trockenheit und Dürre, Waldbrände und Wassernot geschrieben, gezeigt und besprochen, in den ofiiziellen Medien wie auch auf social media. Von Expert:innen mit und ohne Expertise und anderen. Und darüber, wie die katastrophalen Ereignisse und Zustände heuer mit dem Klimawandel zusammenhängen. Plötzlich medienfähig.

Die Hitze wird mit zunehmender Dauer immer unerträglicher. Und das wirkt sogar auf die Psyche belastend (!), auch darüber wird aktuell vielerorts herumgetrötet. Von Seiten der Politik hört man vor allem eines: Anpassungsmaßnahmen. Unmittelbar wichtig, keine Frage, wir brauchen raschest Anpassungsmaßnahmen, die vulnerable Gruppen schützen, Städte kühlen, Wasser nachhaltig verwalten und vieles mehr. Und doch plagen mich stärker die Dinge, worüber kaum oder gar nicht gesprochen wird: Klimaschutz und Verursachung.

Verständlich, dass uns aktuell spürbare Maßnahmen näher liegen als solche, die erst in der Zukunft ihre Wirkung entfalten, falls überhaupt. Allerdings geht es dabei um die Frage, wie und ob Menschen die klimatische Katastrophe überleben werden. Keine Kleinigkeit. Die klimatische Katastrophe, deren Vorboten wir heuer am eigenen Leib zu spüren kriegen. Dachte, es müsste sich eigentlich ein Aufschrei durch die Bevölkerung bewegen wie die Welle durchs Stadion. Jetzt ist es Zeit zu handeln und etwas gegen die Erderwärmung zu unternehmen!

Falsch gedacht. Der Augenblick ist uns näher als die Zukunft und – je größer der ‚Bedrohungsapparat‘ umso stärker die Verdrängung und umso lieber befolgen wir, was uns die Oberen sagen. Die Verursacher der Ursachen werden geschont. Die großen Konzerne, allen voran die Ölkonzerne, die Superreichen mit ihren eklatanten CO2-Bilanzen bei gleichzeitiger Klimawandelleugnung und Unterstürzung rechtsextremer Lager, der miltitärisch industrielle Komplex, ein Großteil der Politik und einige mehr. Und auch unsere ‚Imperiale Lebensweise‚. Es geht um den eigenen Vorteil, Profitmaximierung und um den Erhalt von Macht und Idenität. Rücksichtslos.

Keine Chance für Klimaschutz? Ein Verbindungsglied zwischen Anpassung und Ursachenbekämpfung könnte das von Ulrich Brand (im Standard) vorgeschlagene Verbot für Verbrenner-Autos in Städten ab einer Temperatur von 30 Grad sein. Das bringt eine spürbare Verringerung der Hitze und damit Akzeptanz, und gleichzeitig einen Moment der Ursachenbekämpfung, weniger CO2 in die Atmosphäre. Vielleicht sogar für Vasallen der Verursacher, z.B. die Tankstellen, spürbar. Immerhin 30 Tage, in den ersten 7 Monaten von 2026. Ein ganzer Monat weniger CO2.

Vielleicht könnte man daran anknüpfend eine Kampagne aufbauen, die immer möglichst nahe am Spürbaren bleibt. Die der Rücksicht wieder einen Wert gibt. Wenn ich nicht mit meinem Auto in die Stadt fahr, danken es mir die Stadtbewohner. Den Effekt kann ich bei Gesprächen in der Straßenbahn mithören. „Du, i find des super, dass die Autos jetz nimmer reinfahren dürfen. I merk’s jedesmal, wenn i an der Kreuzung steh. Is echt feiner. Und ruhiger is es auch.“

Radeln For Future:

„Am 7. August feiern wir „5 Jahre Radeln For Future“! Seit 2021 radeln wir monatlich, um die politisch Verantwortlichen daran zu erinnern, wie wichtig es ist, die Verkehrswende voranzutreiben.“

 

„Die Route führt u.a. zu den Anfängen von Radeln For Future. 2021 erreichte der Protest gegen die Stadtstraße einen Höhepunkt. Dieser Autobahnzubringer ist nicht nur eine Vorleistung für die S1 mit dem Lobautunnel, sondern auch ein Mahnmal für die zukunftsfeindliche Politik der Wiener Punschkrapferlkoalition.“

Treffpunkt: 17:00 Uhr beim Votivpark
Abfahrt: 17:30 Uhr
Ende und Abschlusskundgebung: ca. 20:00 Uhr am Wasser

Alle Infos hier

Die Regierung MUSS handeln

Hitze-Mahnwache

Warum: Eine Hitzewelle jagt die andere, Temperaturrekorde fallen, Europa brennt – die Klimakrise eskaliert vor unseren Augen, doch die Politik kehrt uns weiterhin den Rücken zu.

Wann: Dienstag 04.08.2026, 21.30 Uhr
Wo: Reichsratstraße 2, Wien (hinter dem Parlament)

 

 

Fridays For Future fordert zum Protest auf. Angesichts der herrschenden Hitze und Trockenheit und der extremen Waldbrände ist das Schweigen und Nicht-Handeln der Regierung/en eine unfassbare Verantwortungslosigkeit.

 

Während wir alle unter den Folgen der Klimakrise leiden, wird darüber gesprochen, die Klimaziele aufzuweichen, werden weiterhin immer mehr Treibhausgase in die Luft geblasen, wird im Klimaschutz gekürzt und fossile Energien gefördert.

Das darf so nicht weitergehen, Regierungen müssen handeln. ➡️ Hilf uns, Druck zu machen! Komm am Dienstag zur Protest-Mahnwache hinter dem Parlament.

Presseaussendung der Parents For Future Austria

Senior For Future unterstützt die Forderungen in der Presseaussendung der Parents For Future Austria vollinhaltlich. Wir erleben gerade live, dass wir uns mitten in der Klimakrise befinden. Anpassungsmaßnahmen sind notwendig, keine Frage, aber wenn wir nicht auch die Ursachen bekämpfen, werden die Klimakrisenfolgen bald so extrem sein, dass Anpassungsmaßnahmen nicht mehr wirken. Um das zu verhindern, müssen wir die Ursachen bekämpfen.

PARENTS FOR FUTURE AUSTRIA:

„Bei Klimafolgen nur Symptombekämpfung?
Dann trifft die volle Wucht unsere Kinder.

Wohin man blickt, zeigt dieser Sommer den dringenden Anpassungsbedarf an die stärker werdenden Klimafolgen. Die jahrzehntelangen Warnungen der Wissenschaft sind in Form von belastenden Hitzewellen, drohender Wasserknappheit und Waldbrandgefahr zur spürbaren Realität geworden. Für Parents For Future Austria ist allerdings klar: Anpassung ohne Klimaschutz reicht nicht aus.
[… … …]
“Auf der einen Seite sehen wir erhebliche gesundheitliche Belastungen – insbesondere für Kinder, ältere Personen und Menschen, die im Freien arbeiten. Auf der anderen Seite ist es nur eine Frage der Zeit, bis die wachsenden Belastungen für Land- und Forstwirtschaft sich in erheblichen Ernteausfällen äußern“, warnt Josef Winter. “Wir müssen also an vielen Ebenen gleichzeitig ansetzen. Wichtig ist, dass wir neben der Anpassung nicht auf die Ursachenbekämpfung vergessen!”

Eines möchte ich noch hinzufügen, die Belastungen durch Hitze sind auch für chronisch kranke Menschen (körperlich und psychisch) sowie für im Freien lebende, wohnungslose Menschen extrem und führen während jeder Hitzewelle zur Übersterblichkeit.

Hier geht’s zur ganzen Presseaussendung

 

Nur Anpassung ist zu wenig.

Die Regierung scheint fast ausschließlich auf Anpassungsmaßnahmen zu setzen. Kommt die Sprache auf die zunehmenden Hitzewellen, wird gern darauf verwiesen, es gebe einen Nationalen Hitzeschutzplan. Ist auch gut so. Nur halt zu wenig. Mittlererweile wird zugegeben, der Klimawandel verursacht, dass Hitzewellen immer heißer werden, länger dauern und öfter auftreten. Aber dass es auch für den Klimawandel Ursachen gibt, darüber hört man von Regierungsseite herzlich wenig. Fast scheint es, als ob das Wort Klimaschutz tabu wäre. Allerdings muss man anerkennen, dass sich im Bereich Ausbau der Windräder etwas zu bewegen scheint. Wie ernsthaft die Umsetzung angegangen wird, bleibt abzuwarten.

    

Vielleicht käme man unter Rechtfertigungsdruck, dass Klimaschutzmaßnahmen gekürzt wurden, während Fossile mit Milliarden gefördert werden. Die Sinnhaftigkeit solchen Vorgehens lässt sich nicht argumentieren und ist angesichts der aktuellen Entwicklungen irrational und verantwortungslos.

Doch ist es nicht nur das. Vor einigen Jahren noch wurde geglaubt, wenn die Klimawandelfolgen spürbarer werden, wächst der Zuspruch für den Klimaschutz. Leider falsch. Die Bereitschaft zur Verdrängung wächst. Vielleicht ist die Sache zu groß, zu diffus, zu weit weg. Klimaschutz wirkt vor allem in der Zukunft und viele sind sehr verunsichert darüber, wie diese Zukunft aussehen wird. Doch besser für das heute sorgen? Ursachenbekämpfung löscht keine Waldbrände und macht die Nächte während einer Hitzewelle nicht kühler.

Gleichzeitig wissen wir: Mit jedem zehntel Grad mehr globaler Temperatursteigerung gewinnt die Klimakatastrophe und deren Folgen an Zerstörungskraft. Für heuer kann man getrost sagen, wir sind schon mittendrin.

Die Regierung tut so gut wie nichts für die Ursachenbekämpfung, im Gegenteil, sie kürzt die Mittel für den Klimaschutz und fördert weiterhin mit Milliarden die fossile Industrie. Ist sie den Konzernen verpflichtet, dem Kapital und der Macht der Tech-Milliardäre? Oder dem, womit sie glauben, die nächsten Wahlen zu gewinnen? Wie auch immer die Fäden im Hintergrund verstrickt sind, sie verhindern langfristige Planung für effizienten Klimaschutz.

Veränderung kann nur von unten kommen.
Die Zivilgesellschaft ist gefragt.
Act now.

 

Wir haben es getan.

Mai 2026. So laut schreien wie möglich, damit die Gegenstimme nicht gehört wird. Das war die Devise von rechts und rechts außen, nachdem bekannt wurde dass der IPCC das schlimmste Szenario, RCP8.5, aus den Szenarien gestrichen hat. Klimakatastrophe abgesagt, Weltuntergang abgesagt, die Klimalüge, Klimakatastrophe als Betrug, sogar in ‚Die Presse‘ war zu lesen: Globale Erwärmung: Die abgesagte Apokalypse. Das alles hatte nur einen Sinn: Davon abzulenken und zu verschleiern, dass die Streichung von RCP8.5 das Ergebnis eines Erfolges war, Ergebnis erfolgreicher Klimaschutzmaßnahmen. RCP8.5 konnte nur gestrichen werden, weil Klimaschutzmaßnahmen gegriffen und Wind und Solarenergie sich unerwartet schnell entwickelt und verbreitet haben.

Nie war es eine Prognose und schon gar keine ‚Prophezeiung‘, sondern eben ein Szenario, was wäre, wenn wir weiterhin ungebremst fossile Stoffe verbrennen und in die Luft pusten würden. Dem haben Wind, Sonne und Klimaschutz einen Strich durch die Rechnung und so das schlimmste, ja, nur das ‚allerschlimmste‘ Szenario unwahrscheinlich gemacht.

‚RCP8.5 nicht mehr wahrscheinlich, wir sind auf dem richtigen Weg‘, ‚RCP8.5 gestrichen: Wind und Solarenergie wirkt‘, ‚RCP8.5 gestrichen: Energiewende könnte Klima retten‘. – so ähnlich hätten die Schlagzeilen aussehen können, mit Artikeln, die uns darin bestärken, dass wir uns zwar immer noch auf einem Pfad befinden, der in die Überhitzung führt, wir aber auf dem richtigen Weg sind und wirksame Mittel besitzen, den Treibauseffekt einzudämmen: Weitere Klimaschutzmaßnahmen, Fossiles Verbrennen beenden, Erneuerbare Energieformen ausbauen. Das haben ‚wir‘ getan und damit RCP8.5 sehr wahrscheinlich verhindert.

Ausnahmsweise mehr vom Gleichen, wenn es um die Erneuerbaren geht. Wenige Zeitungen titelten in dieser Richtung. Der Standard: „RCP8.5“: Ist die Klima-Apokalypse abgesagt? Leider noch lange nicht und erfreulicher Weise gerade die Gratis-Zeitung ‚heute‚: ‚Warum die „Klimaentwarnung“ ein Trugschluss ist‘ und anschließend: „Die aktuelle Debatte wird politisch instrumentalisiert. RCP8.5 war nie eine Prognose, sondern ein bewusst extremes Hoch-Emissionsszenario.“ Zugegeben, das hat mich überrascht.

Interessante Infos zur medialen Berichterstattung über die Klimaveränderung: Netzwerk Klimajournalismus Österreich (Partnerorganisationen in Deutschland und der Schweiz). Klima-Kodex

Wenn wir es tun.

Eigentlich wollte ich eine konkrete ‚Entgegnung‘ auf Aussagen von Minister Totschnig in der Pressestunde (5.7.2026 in ORF 2) schreiben, musste aber schlussendlich akzeptieren, dass ich es nicht kann, denn seine Aussagen sind großteils so inhaltsleer und sinnbefreit, dass eine Entgegnung wirklich schwer fällt. Selten etwas Konkretes, zumeist herum- und sich herausreden, verwischen und vernebeln.

Nur zwei Beispiele:

H.Büger: „Kommt von dieser Bundesregierung irgendwas Neues bei der nächsten Hitzewelle?“ N.Totschnig: „Wir haben hier eine Querschnittsmaterie, Bund und Länder sind zuständig und wenn ich in meinem Bereich jetzt konkret schau mit der thermischen Sanierung, wenn ich ein Beispiel anführe, wir haben ein Einfamilienhaus im Murtal …“

H.Bürger: „Wieso ist es gerade im Klimabereich überhaupt möglich, zurückzugehen?“ N.Totschnig: „Wir haben intensive Verhandlungen geführt und einen ersten Schritt, dass es zur Basiskonsolidierung einen Beitrag gibt, jede Gruppe muss hier einen Beitrag leisten und dann …“

So klingt das, wenn ein Minister, der auch für das Klimaressort zuständig wäre, auf Fragen nicht antwortet. Er betont immer wieder, dass jeder Bereich seinen Beitrag leisten muss und … „was 2030 betrifft, da geht’s einfach darum, wenn jeder an einem Strang zieht, und jeder seinen Beitrag leistet, dann ist die Erreichung dieses Zieles für 2030, a bissl Minus, 48% Reduktion Treibhausgase ist möglich.“ [,,,] „Maßnahmen werden von den einzelnen Ministerien gesetzt, das Klimagesetz hat das Ziel, dass wir hier noch fokussierter arbeiten.“ … und er lege „hier ein sehr hohes Engagement an den Tag.“ Mir kommt ein Spruch aus meiner Volksschulzeit in den Sinn: ‚Öcha Bauer, Müch wead sauer.‘

Sein Fokus sei die Klimawandelanpassung. Eine wichtige Sache, keine Frage. Doch müssen wir nur so viel Anpassungsmaßnahmen setzen, weil wir es verabsäumt haben, die Ursachen zu bekämpfen. Ursachenbekämpfung scheint für ihn aber keine Denkkategorie und die Regelung durch ein KlimaSCHUTZgesetz schon gar nicht. Schade, Herr Minister.

Wir könnten! Wenn wir es tun.

Seit Jänner 2021 leben wir in Österreich ohne Klimaschutzgesetz, seit damals sitzt die Partei des Ministers durchgehend in der Regierung, 5 Jahre davon mit einer grünen Partei, mit der es ein Leichtes gewesen wäre, ein Klimaschutzgesetz (sofern es Nägel mit Köpfen macht) zu beschließen.

Ob mit oder ohne Gesetz, es gibt in jeder Situation Möglichkeiten, zu handeln. Wind- und Solarenergie haben in den letzten zehn Jahren eine unglaubliche Entwicklung an den Tag gelegt. Erneuerbare Energien sind deutlich günstiger als fossile Energiequellen geworden und erobern (auch rein wirtschaftlich gesehen) mehr und mehr Marktanteile. Legten wir alle Anstrengung in den Ausbau dieser Technologien und erforschten und entwickelten gleichzeitig die Speichermethoden, um wind- und sonnenarme Zeiten abzudecken, wir könnten die Energiewende schaffen – wenn wir es tun.

„So ein schöner Sommer, nicht wahr.“

Die Instagramseite des Bundeskanzlers beschert uns ein besonderes Video, das vielleicht noch einen gewissen Witz hätte, wenn es nicht so traurig wäre. Es ist keine Satire, sondern die Einladung an Bürgerinnen und Bürger, sich für Gespräche mit dem Bundeskanzler auf seiner Tour durch die Bundesländer anzumelden. ‚Österreich im Gespräch‘, moderiert von Arabella Kiesbauer und Vera Russwurm, ein Termin in jedem Bundesland, an jedem Termin können bis zu 200 Personen teilnehmen. Im Video (online gestellt am letzten Tag einer in Europa historisch beispiellos extremen Hitzewelle) klingt das so:

Kiesbauer: „Ah, herrlich. So ein schöner Sommer, nicht wahr.“
Kanzler: „Schön und heiß dieser Sommer, ja.“
Kiesbauer: „Haben Sie schon Pläne?“
Kanzler: „Ja, ich freue mich auf viele interessante Gespräche diesen Sommer.“
Kiesbauer: „Ja reden ist so wichtig, gell. Und vor allem, dass man sagt, was Sache ist.“ (…)
Kanzler: „Reden wir darüber, ich freu mich drauf.“

Regierung schweiget stille zu dieser Hitzewelle.

Das bräuchte man eigentlich nicht kommentieren, es spricht für sich selbst. Aber so stehen lassen kann ich es auch nicht. Das Video schafft nach 2 Tagen immerhin 537 likes und 84 Kommentare. Die Kommentare kommen von Menschen aus allen Bereichen der Gesellschaft und überschlagen sich vor Empörung und Entsetzen über so viel Ignoranz.

Nach 14 Tagen extremer Hitze befindet er ’schön und heiß, dieser Sommer‘, wobei der Sommer eigentlich noch gar nicht begonnen hat. Wo war er die letzten Tage? Selbst wenn er sich die ganze Zeit in gekühlten Räumen aufgehalten hätte, hat er doch sicher einmal Nachrichten geschaut. Oder? Wie viele Menschen wohnen in Wohnungen, in denen es auch in der Nacht noch bis zu 30 Grad hatte. Klimaanlage? Fehlanzeige. Das musst du dir erst mal leisten können und außerdem die Zustimmung von Vermieter und Hausbewohner:innen bekommen.

Historisch beispiellose Hitzewelle in Europa. Ja und?

Aufgeweichter Asphalt, aufgebrochene Betonplatten auf der Autobahn (blow up), verbogene Geleise, steigende Notaufnahmen in den Spitälern, die zum Teil ohne Klimaanlage auskommen müssen, bis hin zu den Todesfällen, der Übersterblichkeit auf Grund von Hitze, und und und, die Liste der Schäden, Belastungen und Folgen der extremen Hitze ist lang. Das Leiden, vor allem vulnerabler Gruppen, während der Hitzewelle ist Realität.

So schaut’s aus, wenn darüber gesprochen wird, was Sache ist, Herr Bundeskanzler, wenn Sie schon diese Formulierung im Video verwenden lassen. ‚Sache‘ meint in dieser Redewendung die Fakten, das eigentliche Thema, die Kernproblematik. In den vergangenen 14 Tagen war es für einen Großteil der Bevölkerung die Hitze und wie man mit ihr umgehen bzw. über/leben kann. Für Sie, den Eindruck gewinnt man in dem Video, ist das alles irgendwie nicht vorhanden. Ob Sie es nicht sehen oder nicht sehen wollen oder das Thema aus taktischen Gründen ignorieren, sei dahingestellt. Das müssen Sie mit sich selbst ausmachen.

Wenn Frau Kiesbauer einen ‚herrlichen Sommer‘ lanciert, zeugt das zwar auch nicht von viel Gespür für Realität und Notwendigkeit, aber es ist ihre Sache. Wenn Sie von einem schönen und heißen Sommer reden, am Ende einer extremen Hitzewelle unter der alle Menschen im Land gelitten haben, ist das nicht nur Ihre Sache. Sie wurden gewählt und haben einen Auftrag, sich um das Wohl der Menschen in unserem Land zu kümmern, ihre Sorgen ernst zu nehmen und nicht, sie zu verhöhnen. Nichts anderes als Verhöhnung ist es, wenn Sie am Ende einer hochbelastenden und für viele Menschen in Europa bis zum Tod führenden Hitzewelle meinen: „Schön und heiß dieser Sommer, ja.“


Und nicht vergessen:

„Treibstoff sparen, Fahrrad fahren!“

Radle gemeinsam mit Radeln For Future und Greenpeace
für eine sichere und klimafreundliche Zukunft.
FR 03.07.2026 um 17.00 Uhr beim Votivpark.
Infos hier.

„Treibstoff sparen, Fahrrad fahren!“

Unter diesem Motto findet das Juli-Radeln von Radeln For Future statt, diesmal gemeinsam mit Greenpeace: „Am 3. Juli laden wir gemeinsam mit Greenpeace zu einer Raddemo unter dem Motto „Treibstoff sparen, Fahrrad fahren!“ Setzt mit uns ein Zeichen für eine unabhängige, sichere und klimafreundliche Zukunft. Gemeinsam radeln wir durch Wien und zeigen: Die Lösung für die Energiekrise liegt nicht in noch mehr fossiler Abhängigkeit, sondern in sauberer Mobilität für alle.“

„Österreich steckt in einer Energiekrise – und die ist kein Zufall. Noch immer fließen Milliarden Euro in klimaschädliche Subventionen, während bei echten Lösungen gespart wird. Fossile Energien machen uns abhängig, treiben die Klimakrise an und belasten Menschen mit steigenden Kosten.“

Die Forderungen:

  • 500 Euro Zuschuss für jeden neuen Fahrradkauf
  • Die Wiederbelebung des Reparaturbonus für Fahrräder
  • Sichere Radwege für Menschen jeden Alters
  • Leistbare und gut ausgebaute öffentliche Verkehrsmittel
  • Barrierefreie Mobilitätsangebote für alle

Treffpunkt: 17:00 Uhr beim Votivpark
Abfahrt: 17:30 Uhr
Ende und Abschlusskundgebung: ca. 20:00 Uhr am Wasser

Alle Infos hier