Betrifft: Alle

Man könnte verzweifeln, aber das erleben eh alle. Klimschutzmaßnahmen werden gekürzt, fossile Förderungen nicht angetastet. Musk wird zum ersten Billionär und eine österreichische Zeitung gratuliert, er habe damit einfache Menschen zu Millionären gemacht (wenn sie die richtigen Aktien besitzen) . Als ob es eine soziale Leistung wäre. Daran würde man erkennen, dass der Kapitalismus funktioniere. Genau. Auf der anderen Seite wird nämlich Armut produziert, Menschen der ärmeren Hälfte sind mehrfach von Kürzungen und Sparmaßnahmen betroffen, bei bestehender Armut existentiell gefährdend. So funktioniert das System. Danke für den Hinweis.

Mind the gap, tönt es regelmäßig in den U-Bahnstationen. Mind the gap zwischen arm und reich, damit müsste man Parlamente und Regierungsgebäude dauerbeschallen. Musk ist reicher als die ärmeren 46% der Weltbevölkerung, fast 4 Milliarden Menschen. Das ist kein gap, es ist ein riesiger klaffender Abgrund. Durch die extreme und weiter wachsende Machtanhäufung auf Seiten der Reichen kaum zu schließen.

Kommt dazu: Hohe soziale Ungleichheit, allseits bekannt, gefährdet Demokratie und öffnet autokratisch und rechtsextrem orientierten Parteien die Tore. Und Autokratien, wir erleben es ganz aktuell, haben mit Klimaschutz nichts am Hut. So ist der Kampf für die Demokratie ein Kampf für den Klimaschutz und richtet sich genauso gegen die Ursachen des Kollaps wie der Kampf gegen fossile Konzerne und deren weitvernetzten Lobbyismus. Wächst das System ‚Ungleichheit‘ weiter an, rückt die Erreichung der Klimaziele in noch weitere Ferne.

Aber warum hält sich dieses System so hartnäckig, wo doch der Großteil der Menschen dadurch benachteiligt wird. Warum wehren sich die Menschen nicht dagegen. Die Gründe dafür bilden eine komplexe Gemengenlage, ich möchte nur einen Punkt herausgreifen.

Aktienwirtschaft ist die kapitalistische Infiltration der breiten Bevölkerung.

Aktien sind nicht nur für die Reichen, Börsianer, Vermögensverwalter oder Fonds attraktiv, alle Bürger:innen können Aktien kaufen –  und tun es auch fleißig, je nach Einkommen mehr oder weniger. Gesprochen wird darüber kaum. Oder weißt du, wer in deinem Bekanntenkreis Aktien besitzt? Ich kenne Bezieher:innen von Mindestsicherung, die sich ein kleines Aktienpaket zusammengespart haben, in der Hoffung, damit die Haushaltskassa ein bisserl aufzubessern. Das zeigt schon, wie Aktienwirtschaft alle Schichten der Bevölkerung durchdringt.

Auch der kleinste Aktionär hofft darauf, dass er irgendwann einen Gewinn erzielen oder ihm seine Aktien die Pension aufbessern werden. Logisch und verständlich. Voraussetzung für diese Hoffnung und eventuelle Bereicherung ist das Funktionieren des Aktienmarktes, also das Funktinieren des Systems ‚Kapitalismus‘, des Systems ‚Ungleichheit‘. Die Verquickung der wenigen großen Player mit einer Unmenge an Kleinaktionär:innen zementieren das System auf breitester Ebene (zumindest in den reicheren Industrieländern, global insgesamt die Mächtigeren) und untergraben die Bereitschaft für Änderungen. Bloß kein ’system change‘ sagen die großen wie die kleinen Player. Beide wollen nicht auf ihre Gewinne verzichten. Für die Großen wäre es ein monetärer Verlust, für die Kleinen kann es den Unterschied zwischen überleben und leben ausmachen.

Für die Einen wie die Anderen bedeutet ’system change‘ eine Bedrohung. Bloß nicht. Soll doch alles bleiben wie es ist, sonst hab ich umsonst investiert und verloren. Wenn die Unsicherheit größer wird, erhöht sich zudem die Bereitschaft, im Wind von Rechts zu segeln. Mir geht es auch besser, wenn ich genau weiß, wo gut und böse daheim ist und nicht hier oder dort oder da lauern kann und ich muss mir erst alles genau anschauen, um es richtig einordnen zu können. Uranstrengend.

Doch die Welt wird u.a. durch die Geschwindigkeit der (technologischen) Entwicklungen immer komplexer, wir kommen geistig und emotional mit der Verarbeitung kaum hinterher. Auch das vergrößert die Unsicherheit.

Man sagt, wer auf der alten Donau den Segelschein macht, der kann überall segeln – wegen der dort ständig drehenden Windrichtungen. Das, glaube ich, müssen wir lernen, mit ständig drehenden Windrichtungen umzugehen, damit wir die Segel nicht in den Rechtswind drehen.

 

 

 

 

Speck oder Käse, war die Frage

Die Rolltreppe runter und dann die ganze Breite an allen Kassen vorbei zu den Einkaufswagerl. Jedesmal ärgere ich mich über diese Anordnung, die einen doppelten Weg erfordert. An ältere Leute denken die nicht. Naja. Wenigstens ein Wagerl, das nicht angehängt ist, ich brauch also nicht nach einem 50Cent-Stück kramen.

Wieder an allen Kassen vorbei, der Eingang ist auf der anderen Seite, grün und blau leuchtende Kunsstoffschranken, die sich nur in eine Richtung wie von selbst öffnen. Kunden könnten Diebe sein. Kleine Tomaten und Gurken, das Übliche und dann zuerst zum Käse, auch hier das Übliche. Etwas Speck und Wurst bräuchte ich noch, fahr mit meinem Wagerl um die Ecke, da ist eine ganze Wand mit einer Unmenge an Wurst-, Speck- und Schinkenangeboten

Blöderweise fällt mir der Vortrag von gestern ein. Ein Klimaforscher hat aus seiner Geschichte erzählt, von seinem Weg zum Klima-Aktivismus. Vor Jahren habe es am Dienstag in der Kantine immer Schnitzel gegeben und er habe jedesmal das Schnitzel gewählt. Heute würde er das nicht mehr. Er esse kein Fleisch mehr. Löblich, denk ich mir, wirklich toll. Aber so ein bissl Speck macht ja wohl nicht wirklich was aus. Ich ess ihn halt so gern, könnt mich von Speck, Käse und einem guten Brot ernähren. 80g Packungen nehm ich prinzipiell nicht, halte das für einen Betrugsversuch.

Bin schon jahrelang nicht mehr geflogen und hab auch nix am Plan, irgendwohin zu fliegen. Und Auto hab ich auch keines. Ich mein, da kann ich mir doch ein paar Blatt Speck gönnen. Oder? Und für den Handabdruck tu ich auch einiges. Also? Speck ist ja nicht vom Rind. Die Rinder-Massenhaltung, die ist so klimaschädlich. Außerdem, wenn man das alles weiterdenkt, dürft ich ja auch keinen Käse essen. Auch da spielt Massentierhaltung eine Rolle, die armen Kühe mit den hochgezüchteten Eutern. Vom Biobauern kaufen. Aber ehrlich gesagt, der schmeckt nicht so gut.

Was jetzt. Langsam schleiche ich an der Wurstwand vorbei, bemerke dies, bemerke das. Bio-Speck? Auch der ist nicht so gut wie der andere. Fleisch sollte man überhaupt außen vor lassen, das sagen alle. Alle, die sich um den Klimawandel Sorgen machen. Sorgen mach ich mir auch. Aber irgendwie. Ein paar Blatt Speck? Konsequent sein? Oder nochmal eine Ausnahme machen?

In eigener Sache

Die gute Nachricht: Das schlimmste Szenario (RCP 8.5), die Erde könnte sich auf über 5 Grad erhitzen, gilt nicht mehr als wahrscheinlich. Grund: Der schnelle Ausbau erneuerbarer Energiesysteme, Solar- und Windenergie.

Die schlechte Nachricht: Trump sowie rechts und neoliberal ausgerichtete Initiativen und Medien konstruieren daraus die Botschaft: Klimakatastrophe abgesagt, alles nicht so schlimm. Wir können weitermachen wie bisher.

Obwohl das nur heißt, wenn wir so weitertun wie wir gerade tun, landen wir nicht bei über 5, sondern bei mehr als 3 Grad Erderhitzung im globalen Durchschnitt, was für Österreich ca 6 Grad bedeuten würde. Da der Effekt des Einsatzes Erneuerbarer Energiesysteme offenischtlich geworden ist, müssten wir eigentlich den Schluss daraus ziehen, diese noch weiter auszubauen, um die Szenarien weiter zu verbessern. Das wäre logisch. Doch Logik ist der Klimaleugner Sache nicht. Sie instrumentalisieren für Eigeninterssen und -profit. Nicht für das Interesse der breiten Bevölkerung, nicht für Mensch und Natur.

Bei 3 Grad global wäre das Wetter nicht einfach etwas wärmer, wir bekämen häufigere, intensivere und länger andaurende Hitzewellen, Starkregen, mehr Dürren, höheres Hochwasserrisiko und eine deutlich größere Belastung für Landwirtschaft, Infrastruktur und Gesundheit. Hält man seinen Kopf frei von ideologischem Denken, wäre die Schlussfolgerung ganz klar: Mehr Klimaschutz-Maßnahmen.

Eine sehr gute Analyse im Spiegel: „So funktioniert fossile Propaganda heute“

Es zeigt ein weiteres Mal, der Kampf für Klimaschutz bedeutet nicht nur Bekämpfung der Ursachen des Klimawandels sowie für jetzt schon notwendige Anpassungsmaßnahmen, sondern heißt auch Kampf gegen gezielte und massive Desinformationskampagnen. Die kommen nunmal vorwiegend von rechts-neoliberaler Seite, untertützt u.a. von Peter Thiel, der im Klimaschutz den Feind von technologischem Fortschritt und ‚Freiheit‘ sieht. Er nennt u.a. Greta Thunberg im Kontext des sog. Antichristen. Allein daran ist erkennbar, wie ideologieschwanger diese Herrschaften sind. Und damit: Wie gefährlich. Das Ende der Freiheit ist nämlich Ideologie und nicht Klimaschutz.

Ausführliche (Hintergrund)Informationen gibt’s auf scientist4future.at: „Klima-Apokalypse abgesagt? Wahnwitzige Klimagesetze entsorgen? Der rechte Hype um „RCP8.5“ und was dahintersteckt.“

Hitzeaktionstag

Der Klimawandel wird laut Dr. Thomas Quinton (Gründungsmitglied von Health For Future Austria) zur größten Gesundheits-Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Ein wesentlicher Faktor dafür ist die steigende Belastung durch Hitze, höhere Temperaturen sowie länger andauernde und häufiger auftretende Hitzewellen. Die Belastung trifft die sog. vulnerablen Gruppen am stärksten, u.a. also auch uns ältere Menschen.

Am 9. Juni 2026 findet der zweite österreichische Hitzeaktionstag statt. Im Vorjahr wurde die Aktion von 70 Partner:innen unterstützt und zwischen April und September über 60 Veranstaltungen in ganz Österreich durchgeführt. Heuer ist das Motto: „Coole Lösungen für den Arbeitsplatz“, wobei natürlich auch andere betroffene Bereiche vertreten sind.
Alle Informationen dazu auf der Website: Hitzeaktionstag

Seniors machen heuer keine eigene Aktion, beteiligen sich aber an einer Aktion der Forschungsgruppe Wienthropozän (Universität Wien, Master Internationale Entwicklung). „Stadtspaziergang: Wien im Hitzestress – Solidaritäten, Resilienzen und Herausforderungen“, 10.06.2026, 17:30 – 19:30 Uhr .

An der Bim-Station Arbeitergasse/Gürtel wird Stephan Burgstaller von den Seniors eine Rede halten, zum Thema „Hitzebelastung für ältere Menschen und andere vulnerable Gruppen“.
Hier vorab zu lesen:

Hitze
Ich erinnere nur kurz an den vergangenen Monat, der Mai war nicht nur in Österreich ein Monat der Extreme, was die Hitze betrifft. Wir wissen aus der Forschung, dass die Temperaturen in den nächsten Jahren und Jahrzehnten noch steigen, Hitzewellen länger dauern und häufiger auftreten werden. Damit wird der Klimawandel, so Dr. Thomas Quinton, Gründungsmitglied von Health For Future Austria, zur größten Gesundheits-Herausforderung des 21. Jahrhunderts. Bereits in den letzten 3 Jahren, gab es jedes Jahr über 60.000 Hitzetote allein in Europa.

Was heißt das nun konkret für ältere Menschen und besonders gefährdete Gruppen
Stell dir vor, du bist alt und hast schlecht geschlafen, weil es in der Nacht über 20 Grad hatte, ein Glas Wasser auf den Nachttisch zu stellen, so wie du es dir eigentlich vorgenommen hattest, hast du am Abend vergessen und das Aufstehen in der Nacht war dir zu mühselig, wegen der starken Kreuzschmerzen und der Arthrose im Knie, außerdem warst du viel zu erschöpft von der Hitze am Vortag. Du schläfst in der Früh doch noch ein und in den Tag hinein, um den fehlenden Nachtschlaf zu kompensieren, stehst irgendwann vormittags auf, „Hitzeaktionstag“ weiterlesen

Seniors haben die Segel gesetzt

 

Am Südwindfest 2026 im Alten AKH Wien, mit der Frage: „Welcher Ausrede, nicht gegen die Klimakrise aktiv zu werden, begegnest du in deinem Umfeld am häufigsten?“

Insgesamt gab es 193 Votings,

auf Platz 1: Die Politik muss handeln, ich kann da nichts tun.

zweiter Platz: Ich selbst lebe eh ökologisch, Müll trennen, wenig Plastik kaufen, …

dritter Platz: Wieso soll ich nicht fliegen, wenn alle anderen es tun?

 

 

Viele kennen solche Ausreden von sich selbst, sogar Menschen, die sich intensiv für das Klima einsetzen, benutzen hin und wieder für irgendetwas eine kleine, oft nur für sich selbst gedachte Ausrede. So ist das halt. Und sei’s das Rindsgulasch. Es geht nicht darum, perfekt zu sein und nie wieder eine klimaschädliche Handlung zu setzen, das können wir- in Österreich lebend – sowieso nicht. Der Wert der frei nach Thomas Brudermann formulierten Ausreden liegt aus meiner Sicht im Bewusstmachen der persönlichen Haltung und als Anstoß, sie zu hinterfragen.

Vielfach sind die ‚Anderen‘ angesprochen, die Schuld sind oder etwas tun müssten, weil ich selbst nicht kann, warum auch immer, die Politik soll’s richten und China ist sowieso Schuld. Oder: Ich reise halt so gern in ferne Länder. Auch eine Haltung. Oder ‚die Technik wird’s schon richten‘, ebenso eine Verschiebung der Verantwortung auf andere. ‚Es gibt wichtigere Dinge‘, die zu erledigen sind, durchaus nachvollziebahr, und: ‚Das tun doch alle‘, wenn es alle machen, bin ich fein heraus und muss mich nicht rechtfertigen.

Ich persönlich esse z.B. zu oft Fleisch. Und verwende keine Ausrede. Geht auch. Wollten wir die Erderwärmung auf ein erträgliches Maß beschränken, dürfte die einzelne Person maximal 2t CO2 ausstoßen. In Österreich liegt der Durschnitt derzeit bei 8t, in anderen industrialisierten Ländern noch darüber. Für Österreich bis 2040 Klimaneutralität zu erreichen, ist faktisch unmöglich. Wir sollten also weiterhin für die Bekämpfung der Ursachen aktiv sein, da Anpassungsmaßnahmen auch ihre Grenzen haben.

Was wollen wir unbedingt behalten, worauf können wir verzichten und was können wir von anderen Kulturen lernen, die drei Fragen von Jem Bendell könnten hilfreich sein. Und wie Helga Kromp-Kolb sagt, sie gelten sowohl dafür, wie wir die Katastrophe verhindern bzw. abmildern, wie auch dafür, wie wir in einem Kollaps möglichst gut überleben können. Wie auch immer, es ist gut, wenn wir uns auf die Zukunft ‚angemessen‘ vorbereiten. Was ‚angemessen‘ heißt, sollte möglichst breit diskutiert werden.

Weitere Eindrücke vom Klimaeck am Südwinfest hier und der Seniorschor am Südwindfest hier.

 

 

 

 

 

Ich weiß, was du am ersten Freitag im Mai gemacht hast:

RADELN.
Für ein freies Wien, verbrennerverkehrs- und lärmberuhigt, für Luft- und Lebensqualität 

Radeln auch diesen Freitag wieder mit Radeln For Future: „Radschnellwege sind das Rückgrat jedes Radwegenetzes. In Wien ist dieses Rückgrat so gut wie nicht vorhanden und der Ausbau hinkt stark hinter den Wahlkampfversprechen her.

Wir werden die Stadtregierung daran erinnern, endlich Tempo zu machen. Aktive Mobilität muss den Raum bekommen, der ihr zusteht. Nur so kann die Verkehrswende gelingen, mit der Wien noch lebenswerter wird und vor allem auch zukünftig lebenswert bleibt!

 

Außerdem führt unsere Route über den Steinitzsteg, um ein Zeichen der geplanten Sperre ab 2027 zu setzen!“

Treffpunkt: 17:00 Uhr beim Votivpark
Abfahrt: 17:30 Uhr
Ende und Abschlusskundgebung: ca. 19:00 Uhr beim Votivpark

Auffrischender Südwind kommt auf

Das Südwindfest 2026, eine gelungene Veranstaltung. Ein ‚Festteil Klima‘ mit den Seniors For Future, Parents For Future, Teachers For Future, den Scientist For Future, Grandparents For Future und Omas For Future, weiteren Gruppen der For Future Allianz sowie Future Aid, Gradrecht und Climate Austria.

Seniors For Future: Was ist das eigentlich? Wurden wir immer wieder gefragt. Wer seid ihr, was macht ihr? Nicht ganz einfach zu beantworten. Eines haben wir mit den Omas und den Grandparents For Future gemeinsam: Unsere Zielgruppe sind Menschen in der zweiten Lebenshälfte. So weit so einfach. Und sonst? Klimaschutz. Vorweg: Wenn wir uns für die sofortige Umsetzung eines radikal zu forcierenden Klimaschutzes einsetzen, gilt das natürlich auch den nachkommenden Generationen, Kindern, Enkel:innen und den Generationen der fernen Zukunft.

Doch unser Schwerpunkt, würde ich sagen, liegt im ‚Hier und Jetzt‘. Da gehört z.B. dazu, dass es um den Schutz der vulnerablen Gruppe älterer Menschen geht. Ältere Menschen leiden (gemeinsam mit anderen vulnerablen Gruppen wie Säuglinge und Kleinkinder, chronisch kranke Menschen, Obdachlose, Einsame) mehr unter Hitze als andere. Hitzewellen kommen öfter, dauern länger und werden intensiver, die Temperaturen steigen, und damit die physische und psychische Belastung dieser Menschen. Dafür braucht es besondere Maßnahmen, um die Belastungen während der Hitzewellen abzumildern und Hitzetote, die zu einem hohen Anteil aus den vulnerablen Gruppen kommen, zu vermeiden.

Eine zweite Sache ist die ungerechte Verteilung innerhalb der Gruppe. Personen der ärmeren Hälfte der Bevölkerung wohnen viel öfter in verkehrsintensiven Vierteln (in Wien z.B. am Gürtel), in schlecht isolierten Wohnungen (im Sommer heiß, im Winter schwer zu heizen) mit erhöhter Lärm- und Feinstaubbelastung, … sie haben deutlich mehr unter den Klimawandelfolgen zu leiden, als Personen in einer Villa im Grünen, inkl. Klimaanlage. Diese Ungerechtigkeit gilt sowohl innerhalb Österreichs, noch viel krasser aber für den gesamten Globus. Wir leisten Widerstand gegen diese Ungerechtigkeit, die im ‚Hier und Jetzt‘ Millionen Menschen gefährdet.

Diese Liste könnte noch lange fortgeführt werden, betrifft aber vor allem Anpassungsmaßnahmen. Das ist der eine Part. Der andere ist die Ursachenbekämpfung. Es braucht unbedingt beides, bekämpfen der Ursachen sowie Anpassungsmaßnahmen an bereits spürbare Mehrbelastung durch den Klimawandel und als Drittes die Vorbereitung auf die Befähigung zur solidarischen Krisenhilfe in einer zusehends kollabierenden Welt, um den Kampf jeder für sich und ich gegen alle zu vermeiden. Diesem Part widmet sich vor allem die Kollapsbewegung. Klima- und Kollapsbewegung sind zwei einander ergänzende Bewegungen in einer von mehrfachen Krisen und Klimanotstand geplagten Welt. Seniors For Future setzen sich sowohl für die Bekämpfung der Krisen-Ursachen wie auch für aktuell notwendige Anpassungsmaßnahmen ein. Wo wir können, unterstützen wir natürlich auch die solidarische Krisenhilfe.

Wir verstehen uns als Teil einer breit aufgestellten Klimabewegung sowie der lokal und global unzähligen zivilgesellschaftlichen Initiativen, die sich für Klima, den Schutz der Biodiversität, Demokratie und Menschenrechte einsetzen und dem globalen Trend zu Autokratie und Totalitarismus Widerstand leisten. Mit viel Energie, Zeit und Arbeit und – auch das Erleben von Gemeinschaft und sozialem Zusammenhalt, Spaß und Humor darf nicht fehlen.

Die Allianz For Future, ursprünglich für die Unterstützung von Fridays For Future gegründet, umfasst inzwischen 18 Gruppen und ist sozusagen unser ‚Heimatbezirk‘. Die verschiedenen Gruppen decken ein breites Spektrum an Zielgruppen ab und bieten spezifische Programme für unterschiedliche Bedürfnisse. Neben der Einzelarbeit der Gruppen gibt es auch das große Ganze, gemeinsame Aktionen der gesamten Allianz oder von mehreren Gruppen, fast immer in Kooperation mit weiteren zivilgesellschaftlichen Initiativen.

Soweit eine ungefähre subjektive Einordnung. Es sind meine persönlichen Gedanken, sie beruhen nicht auf einem gemeinsamen Beschluss der Gruppe. Umso mehr freue ich mich über Kommentare, Rückmeldungen und konstruktive Kritik.

Ein weiterer Beitrag zu den Aktionen am Südwindfest kommt demnächst.

Seniors am Südwind Straßenfest


Südwind Straßenfest
30.5.2026: 14.00 – 23.00 Uhr
31.5. 2026: 12.00 – 20.00 Uhr
Campus der Universität Wien („Altes AKH“),
Hof 1

Seniors For Future und andere Gruppen der For Future Allianz haben einen Stand am Südwind Straßenfest. Es erwarten dich Informationen, Performances, Lieder und Gespräche über Verzweiflung und Hoffnung.

Du hörst von lokalen und globalen Widerstandsgruppen, Klimalieder, kannst an einem Quiz teilnehmen und für die meistgehörten Ausreden voten (wie z.B. Ich hab keine Auto und esse kein Fleisch, da kann ich schon mal in der Urlaub fliegen).

zum Südwind Programm


Am 9. Juni ist der österreichweite Hitzeaktionstag 2026, am 10. Juni nehmen wir an einer Aktion im Rahmen dieser Veranstaltung teil (Infos folgen). Am Tag selbst und in den folgenden Tagen wird es Aktionen in ganz Österreich geben. Alle Infos hier.

Senior:innen radeln für sicheren Verkehr für alle

Wir fordern:

  1. Breite Radwege, die ein Nebeneinanderfahren und Überholen ermöglichen.

  2. Trennung von Fuß- und Radverkehr auf Hauptrouten (oder qualitätsvollen Shared Space)

  3. Abstandskontrollen überholender Autos durch die Polizei

  4. Generelle Rechtsabbiegeerlaubnis für Fahhradfahrende bei Rot

  5. Verkehrsberuhigte Viertel als Regelfall zwischen Hauptstraßen

  6. „Vorgezogene Haltelinien“ oder „ausgeweitete Radstreifen“ vor Ampeln

Eine zukunftsfähige Fahrrad-(und Fußgeh-)Infrastruktur würde der Sicherheit ALLER Verkehrsteilnehmenden dienen, neben Senior:innen auch Kindern und Ungeübten.

Fahrradfahren muss für alle Menschen möglich sein. Dadurch werden die verbleibenden Verkehrsflächen für Autos entlastet und weniger von Strau und Störungen betroffen, was wiederum die Feinstaub- und Lärmbelastung vermindert.

Im Sinne der Verpflichtung, die Verkehrswende wie vorgesehen zu schaffen, muss die Politik (in Stadt und Bund) endlich und rasch die gesetzlichen Vorgaben für eine menschengerechte Verkehrsordnung beschließen.

19. Mai 2026,
Beginn: 15:00 Uhr, Bahnhof Wien Mitte (Landstraße)
Ende: 17.00 Uhr, Bahnhof Wien Mitte (Landstraße)
Route: rund um Ring und Kai, ca. 6 km , in gemächlichem Tempo
Kontakt:team@seniorsforfuture.at

Es wird wieder geradelt.


Ja, es wird wieder geradelt, wie jeden 1. Freitag im Monat, konsequent und hartnäckig.

Radeln For Future: „Wer hat sich noch nicht über den Radweg entlang des Gürtels geärgert? Alle paar hundert Meter muss die Seite gewechselt werden und zwischen Eichenstraße und Landstraßer Hauptstraße gibt es nur sporadische Radwegteilstücke. Die von uns seit Jahren geforderte Verbesserung der Situation beim Westbahnhof wurde 2025 zwar endlich umgesetzt, aber 250 Meter sind nicht genug.“
Klar ist jedenfalls:
Der Radschnellweg muss ohne ständige Seitenwechsel verlaufen.
Der Radschnellweg muss eine Entflechtung des Fuß- und Radverkehrs bringen.
Der Radschnellweg muss mindestens den neuen Richtlinien für die Radverkehrsplanung entsprechen.“

Treffpunkt: 1.Mai 2026, 17:00 Uhr beim Votivpark
Abfahrt: 17.30 Uhr
Alle Infos


Und das war die Fridays For Future Demonstration am 24.04.2026 am Heldenplatz Wien. Gegen die Verschleuderung von 5.7 Milliarden für lebensgefährdende Fossile