Klaus Huhle schickt Eindrücke von der Demo von Radeln For Future am 02.08.2024:
Radeln For Future: „Radeln For Future“ ist eine Initiative von Privatpersonen. Für uns gehört das Fahrrad zum Alltag. Als „Cyclists For Future“ und „Parents For Future“ setzen wir uns für sichere Radwege in Wien ein, um damit einen Beitrag zur Verkehrswende und zum Klimaschutz zu leisten. Wir fordern von der Politik die rasche Umsetzung in Schubladen liegender Pläne und den Aufbau eines engmaschigen Netzes sicherer Radwege.
Um unseren Forderungen Nachdruck zu verleihen, veranstalten wir monatliche Kundgebungen in Form von Rad-Demos. Diese führen zu Hotspots mit fehlender oder mangelhafter Radinfrastruktur, aber auch zu Orten aktueller Anlässe.
Radeln For Future ladet wieder zur gemeinsamen Radeldemo ein: Wien soll klimafit werden! Zu einer klimafitten Stadt gehört ein Wandel auf den Straßen. Das ist auch der Wunsch der Bevölkerung, die sich z. B. für die Landstraßer Hauptstraße im 3. Bezirk und die Wallensteinstraße im 20. Bezirk mehr Grün und Radwege wünscht. Am 2. August werden wir u. a. auf diesen beiden Straßen zeigen, wie gut die Verkehrswende der Stadt steht.
Wann: Freitag 02. August 2024 Treffpunkt:17:00 Uhr beim Votivpark Abfahrt: 17:30 Uhr Ende: ca. 20:00 Uhr beim Votivpark Alle Infos
Der richtige Zeitpunkt, um für das Klima zu radeln, denn heute, 01. August 2024, ist der Earth Overshoot Day. Ab heute müssen wir bei der Erde anschreiben lassen, wir nehmen von ihr mehr als sie verkraften kann. Würden alle so leben wie in Deutschland, bräuchten wir 3 Erden, um unsere Gefrässigkeit zu stillen. Worauf wir uns freuen können: Wenn wir diese im wörtlichen Sinn belastende Lebensart hinter uns gelassen haben werden, werden wir die wiedergewonnene Lebensqualität in vollen Zügen genießen können. tagesschau: Trendwende bei der Erdüberlastung?
„Wir verbrauchen derzeit schon 20 bis 25 Prozent weniger Treibstoff„, so ein Luftfahrtexperte in der ZIB1, es müsse aber noch weiter an der Nachhaltigkeit gearbeitet werden. Am Ende heißt es aber dann schon, bis dahin sei es noch ein weiter Weg. Und das heißt für das Klima kurz und klar: Zu spät. Doch die Luftfahrtbranche boomt, wie in dem Beitrag berichtet wird. Immer mehr Menschen wollten mit dem Flugzeug in den Urlaub.
Angesichts dieser Tatsachen kommen die Proteste der Letzten Generation zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. Was das für das Klima heißt, verschwindet nämlich zumeist im üblichen Journalismus.
Umso erfreulicher ist die erstmalige Vergabe des deutschen Preises für Klimajournalismus am vergangenen Wochenende für die besten Beiträge. Der Hauptpreis wurde an eine sechsteilige Podcast-Dokumentation zweier Journalist:innen vergeben, die die Letzte Generation ein halbes Jahr lang begleitet haben:
„Celine Weimar-Dittmar, [ … ], Daphne Ivana Sagner und ihrem Team ist mit der Podcast-Reihe „Hitze“ ein fein gezeichnetes Porträt der derzeit umstrittensten Klima-Aktivistinnen und -Aktivisten-Gruppe gelungen – der „Letzten Generation“. Und wir haben ihnen dafür den Hauptpreis verliehen.
Während radikalisierte Teile der Klimaschutz-Bewegung häufig einfach als kriminell abgestempelt und ja auch faktisch kriminalisiert wurden, haben die Autor*innen von „Hitze“ genau das Gegenteil versucht. Sie haben sich der „Letzten Generation“ angenähert – ohne die journalistische Distanz zu verlieren. Sie haben zugehört und sie zu Wort kommen lassen. Sie haben gefragt und hinterfragt. Sie haben die Menschen hinter dem Kürzel „LG“ gezeigt, ihre Motive, Gedanken, Sorgen und Widersprüche ergründet. In der Jury kam die Frage auf, ob der Podcast die Kritik gegenüber der „Letzten Generation“ zu kurz kommen lässt. In der Gesamtheit aller sechs Folgen erschien uns das Bild, das die Autor*innen von der „Letzten Generation“ zeichnen, aber durchaus sehr differenziert.“ (taz: Das unterschätzte Gefühl der Selbstwirksamkeit)
… und zwar wieder mal Treibhauspost: „Die vorherrschenden Umgangsweisen mit der Klimakrise, von Verdrängung bis Klimaangst, sind ein Problem. Denn weder diejenigen, die verdrängen, noch diejenigen, die alles für nicht so schlimm halten, noch diejenigen, die vor lauter Hiobsbotschaften in Schockstarre verfallen, sind in der Lage zu handeln. Ohne handelnde Bürger*innen wird der nötige gesellschaftliche Wandel hin zu Klimagerechtigkeit aber nie gelingen.
Doch wie kann es überhaupt sein, dass sich die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung der Dringlichkeit der Klimakrise immer noch nicht bewusst ist?
Wir stellen uns das so vor: Jeder Mensch hat einen Klima-Türsteher im Kopf. Ein breiter Typ mit Vollbart und Bomberjacke von Alpha Industries (um alle Klischees zu bedienen). Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, bloß keine unangenehmen Infos zur planetaren Krise in den ohnehin schon mit Sorgen vollen Laden zu lassen.
Gute Klimakommunikation muss also vor allem eines: vorbeikommen an diesem Türsteher.“
Über ein Jahr lang über einskommafünf. Der vergangene Juni war der 13. Monat in Folge der wärmste Monat seit Aufzeichnungen. Wer sich also nicht damit zufrieden gibt, dass es eh schon immer heiße Tage gegeben habe, dem und der ist klar, es ist Zeit. Wobei eine kürzlich erstellte weltweite UN-Umfrage (75.000 Teilnehmende) ergab, dass 80% der Bevölkerung, für eine stärkere Bekämpfung des Klimawandels in ihrem Land stimmen. 80%, das sind 4 von fünf Menschen (taz: 80 Prozent für mehr Klimaschutz). Eine beeindruckende Mehrheit. Nicht zuletzt ein Erfolg der Klimabewegung. Auch die hohe Quote im weltweiten Ausbau der Erneuerbaren kann durchaus als Erfolg verzeichnet werden.
Und doch tut sich bei den Maßnahmen gegen die Klimakatastrophe insgesamt viel zu wenig, zu langsam, gar nichts oder Gegensätzliches.
Ein Faktor, der die Lähmung der Politik in Sachen Klimascchutz mitverursacht: Mächtige Interessensgruppen, die das Ende der fossilen Ära hinauszögern wollen, um sich so lange wie möglich die immensen Profite zu sichern. Christian Stöcker analysiert dies in seinem Buch ‚Männer, die die Welt verbrennen‚ sehr ausführlich. Weltweit eine Billion (!) Dollar Gewinn der Fossilen. Zu diesem Gewinn kommen noch 1,3 Billionen Förderungen aus Steuergeldern dazu. Jährlich! Jedes Jahr! Das ist schon ein Argument, darauf zu schauen, dass alles so bleibt wie es ist.
Gegenüber den 80% der Bevölkerung, die für mehr Klimaschutz plädieren, sind sie wenige. Doch die Macht ist mit ihnen, und sie wissen sie zu nutzen. Seit etwa fünf Jahrzehnten, zuerst nicht sichtbar, später immer unverblümter. Übersichtliche Zusammenfassung im Standard Podcast zum Nachhören mit Christian Stöcker: Die Männer, die unsere Welt zerstören (43 min.).
Weil es so mächtige Gegenspieler gibt, die bewusst auf die Lähmung der Politik, Desinformation und die Verschleierung der Wahrnehmung des Realen abzielen, sind Aktionen so wichtig, die immer wieder hartnäckig und unermüdlich auf diesen Zustand aufmerksam machen und darauf hinweisen: Es ist Zeit zu handeln. Möge die Rückenstärkung durch die 80% ihnen ausreichende Wirkmacht verleihen. Danke an die Letzte Generation.
Gerne veröffentlichen wir hier den Brief einer ‚Seniorin‘ an Politik und Medien. Ein Appell für Sachpolitik statt kurzfristiger, wahlorientierter Parteipolitik. Wir brauchen jetzt ein Konzentrieren der Kräfte, um Zivilisation und Lebensgrundlagern zu erhalten:
Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Nehammer! Sehr geehrte Frau Ministerin Edtstadler!
Wir können Ihr Vorgehen betreffend Renaturierungsgesetz und Ihren geführten „Rachefeldzug“ gegen Frau Ministerin Gewessler nicht nachvollziehen. Ein Band ist rasch zerschnitten, doch schwer wieder zu knüpfen.
Frau Gewesslers Verhalten wird von vielen, auch von Unternehmerseite begrüßt und als mutiges Abwenden von Schaden an Menschen, Umwelt und Land gesehen:
Volkswirtschaftlich betrachtet zahlt sich Renaturierung mehrfach aus: Laut einer Berechnung der EU-Kommission bringt jeder in die Natur investierte Euro zwischen 8 und 38 Euro an Wert zurück!
Die Kosten von Tatenlosigkeit hingegen sind enorm und fatal. Ohne intakte Natur verlieren wir langfristig unsere Lebensgrundlagen und unsere Handlungsoptionen. (Quelle: Umweltbundesamt)
Unsere Wirtschaft und unsere Landwirtschaft hängen von einer funktionsfähigen Natur ab. Österreich profitiert von der Finanzierung der Wiederherstellungsprojekte durch EU-Fonds und erhält außerdem die derzeit schwindenden Grundlagen für unsere Landwirtschaft (Grundwasser, Bestäuberinsekten u.a.)
Wir ersparen uns Strafzahlungen von über 5 Milliarden Euro.
Was wir Wähler:innen von einer zukünftigen Regierung erwarten und erhoffen: ein faires, kooperatives und konsensuales Miteinander, dass die bewährte Sozialpartnerschaft gelebt wird, mit dem Ziel des Erhalts der natürlichen Lebensgrundlagen, der Lebensqualität für uns alle, und für eine „enkeltaugliche Zukunft“.
Kopier den Brief und schick ihn, vielleicht ergänzt mit eigenen Worten, an Politik und Medien, an Menschen, die du kennst. Die breite Unterstützung aus der Bevölkerung ist wichtig, wenn wir die Folgen der Klimakatastrophe eingrenzen wollen. Die Lösung kommt von unten.
Möchte euch zwei ausführliche Sinus-Analysen weiterleiten, einmal für Österreiich, einmal für 17 euorpäische Länder plus USA und Kanada (sehr ausführlich, daher „Sommerliteratur“). Untersucht wird die Einstellung unterschiedlicher Bevölkerungsgruppen (Sinus-Milieus) zur sozial-ökologischen Transformation:
Wie ticken die verschiedenen gesellschaftlichen Milieus, bei der sozial-ökologischen Transformation?
Was sind ihre Erwartungen und Ängste?
Wo gibt es gesellschaftliche Mehrheiten und wo liegen die wesentlichen Barrieren für einen von der Bevölkerung getragenen Klimaschutz?
Die internationale Zielgruppenforschung des SINUS-Instituts zeigt, dass es auch über Ländergrenzen hinweg „Gruppen von Gleichgesinnten“ gibt – die Sinus-Meta-Milieus. Die Sinus-Meta-Milieus sind international vergleichbare Zielgruppen mit ähnlichen Wertorientierungen, Lebensgewohnheiten und Konsumpräferenzen. Zur Methode: Standardisierte Online-Umfrage in 19 Ländern, Wohnbevölkerung im Alter von 18 bis 69 Jahren, Gesamtgröße der Stichprobe 22.823 Personen; mindestens 1.200 pro Land, Befragungszeitraum 20.04.2023 – 11.07.2023
Die Medien berichten von einer hitzigen Debatte über die Klimakrise, heute im Parlament. (ORF, DerStandard). Eines zeigt sich wieder sehr deutlich, je weiter ‚rechts‘ die Orientierung einer Partei, umso weniger effiziente Klimapolitik ist mit ihr zu machen. Rechts heißt in dem Fall autokratisch orientiert, u.a. im Sinne des ungarischen Modells. Mit anderen Worten: Klimaschutz braucht Demokratie.
Neben direkten Angriffen und Diskreditierung jener, die sich für Klimaschutz einsetzen, arbeiten Rechtsorientierte auch mit einer schleichenden Unterwanderung der Sprache. Begriffe werden bewusst gesetzt, oft mit einer nicht auf den ersten Blick zu erkennenden Umdeutung, um die Grenzen dessen, was gesagt werden darf, Schritt für Schritt zu verschieben und rechte Sprache salonfähig zu machen. Was gesprochen wird, kann auch gehandelt werden.
Sebastian Panny von moment.at wirft einen Blick hinter den Vorhang verharmlosender Begriffe und analysiert das ‚Werkzeug Sprache‘ der Rechten, das neben Begriffen wie ‚Klimahysterie‘ auch viele andere Bereiche abdeckt: Ein Wörterbuch rechtsextremer Begriffe.
„Hunderte Generationen werden uns verfluchen, für das, was wir hier falsch gemacht haben.“ (S4F Mainz)
„Seit Frühjahr 2023 hat sich die Klimakrise unerwartet beschleunigt. 2024 setzt sich das fort. Die Temperaturen an Land und Wasser sind so hoch wie nie. Unbekanntes Gelände („uncharted territory“) nennen Forscherinnen und Forscher diesen Kurs seit 2023.“ (ebd.).
Die 1,5 Grad sind nicht mehr zu schaffen, darüber herrscht inzwischen breiter Konsens. Wie schon mehrfach erwähnt, heißt das aber nicht schade, das war’s, sondern kann Motivation bedeuten, den Einsatz für den Klimaschutz zu verstärken.
Doch vielleicht sollten wir zuerst ein wenig innehalten. Hat doch dieses eine Ziel, 1.5 Grad, jahrelang unser Tun und Denken bestimmt, unheimlich viel Arbeit, Zeit und Energie wurden weltweit dafür investiert. Aktionen, Proteste, Streiks, Forschungen, Klagen, Medienarbeit, Konferenzen etc., alles war auf die Erreichung der 1,5 Grad-Grenze ausgerichtet. Wir müssen JETZT handeln, hat es schon vor Jahren geheißen, ein jetzt, das gedehnt und gedehnt, in die Länge gezogen und schließlich überdehnt wurde. Dieses jetzt ist jetzt vorbei, dieser Abschnitt ist zu Ende. Abschied von einer Vision, ein Verlust, der auch Trauer auslöst, die gehört werden will.
Ein Abschied ist ein Abschied und es scheint mir nicht klug, so zu tun, als ob nichts gewesen wäre und zum ‚Alltag des Aktionismus‘ überzugehen. Kein Verdrängen, kein Vorbeischauen, kein Schönreden, kein Vorwärtsdrängen. Einen Moment innehalten. Die Trauer zulassen und sich einlassen, auf die Konfrontation mit dem Realen. Den Verlust wahrnehmen, betrauern und schließlich akzeptieren, um uns dann auf neue Möglichkeitsräume zu konzentrieren. Ein Prozess, der uns emotional stärken wird.
„Das, was wir hier im Rahmen der Kunst behandelt haben, ist aber real. Zumindest sehr real für mirch. In echt laufen gerade Ermittlungen gegen mich und um die 50 anderen, Teil einer kriminellen Vereinigung zu sein. In der echten Welt sehen wir, wie Menschen mit den Folgen der heute schon spürbaren Klimakatastrophe kämpfen. In der echten Welt sitzen fünf Freund:innen von mir wegen ihres Protests hinter Gittern. Und das ist nur ein Teil der grausamen Wirklichkeit, die jetzt in dem Moment außerhalb dieses Saals stattfindet.“
Ein inszenierter Prozess gegen die Letzte Generation bei den Wiener Festwochen. Eine berührende Abschlussrede.
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