Lützerath lebt!

Lützerath bleibt
Demo vom
14. Jan. 2023
in Wien


Heute vor einem Jahr: Die Solidaritäts-Demo für Lützerath in Wien, zeitgleich mit der Großdemonstration bei Keyenberg (laut Veranstalter 35.000 bis 50.000) und landesweiten Protestaktionen in Deutschland. Die Räumung war zu diesem Zeitpunkt fast abgeschlossen, zwei Tage später wurde der letzte Aktivist vom Gelände entfernt. Die Argumentation von Politik und Wirtschaft: Energiewirtschaftliche Notwendigkeit wegen der Energiekrise. Kein Deutscher solle in einer unbeheizten Wohnung frieren müssen.

Wie scheinfaktisch diese Argumentation war, zeigt sich allein daran, dass Bewohner:innen Lützeraths schon seit 2006 umgesiedelt und teilweise per Gerichtsbeschluss enteignet wurden. Da war von dieser Krise noch meilenweit nichts in Sicht.

Scientists For Future haben am 11. Jan. 2023 in einem Offenen Brief darauf hingewiesen, dass laut mehrerer wissenschaftlicher Gutachten der Abbau der Kohle unter Lützerath für die Versorgungssicherheit nicht notwendig sei und haben ein Moratorium für die Räumung gefordert. Heute ist klar, die Kohle unter Lützeratz wurde für die Aufrechterhaltung der Energieversorgung nicht gebraucht. Die Gründe für dieses Vorgehen sind also woanders zu suchen. Mit der Lützerath-Geschichte wurde wieder einmal offensichtlich wie willkürlich Scheinargumente aufgetischt werden, um dahinter liegende Interessen zu verschleiern.

Lützerath war ein Symbol und Lützerath bleibt ein Symbol, ebenso wie Hambach und die Lobau. Es verdeutlich die Wichtigkeit unserer Klima-Aktivitäten, um Interessensgruppen, die bereit sind Natur- und Lebensräume für Profitmaximierung zu zerstören, in die Schranken zu weisen und im besten Fall für den Klimaschutz zu gewinnen. Die Devise kann nur sein: Gemeinsam.

Insofern ein mutmachendes, wenn auch mit einem lachenden und einem weinenden Auge, Resümee von Blanche Schwanke (Versammlungsleiterin der Mahnwache in Lützerath): „Als wir in Lützerath angefangen haben, hatten wir drei Ziele, die wir alle drei erreicht haben: Den Protest vom Hambacher Wald in die Dörfer zu tragen, die Keyenberger Dörfer zu retten – und ganz groß unterzugehen.“ (Frankfurter Rundschau)

Eine Rückschau zum Hören (5.50 min) im Deutschlandfunk.

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