Seniors haben die Segel gesetzt

 

Am Südwindfest 2026 im Alten AKH Wien, mit der Frage: „Welcher Ausrede, nicht gegen die Klimakrise aktiv zu werden, begegnest du in deinem Umfeld am häufigsten?“

Insgesamt gab es 193 Votings,

auf Platz 1: Die Politik muss handeln, ich kann da nichts tun.

zweiter Platz: Ich selbst lebe eh ökologisch, Müll trennen, wenig Plastik kaufen, …

dritter Platz: Wieso soll ich nicht fliegen, wenn alle anderen es tun?

 

 

Viele kennen solche Ausreden von sich selbst, sogar Menschen, die sich intensiv für das Klima einsetzen, benutzen hin und wieder für irgendetwas eine kleine, oft nur für sich selbst gedachte Ausrede. So ist das halt. Und sei’s das Rindsgulasch. Es geht nicht darum, perfekt zu sein und nie wieder eine klimaschädliche Handlung zu setzen, das können wir- in Österreich lebend – sowieso nicht. Der Wert der frei nach Thomas Brudermann formulierten Ausreden liegt aus meiner Sicht im Bewusstmachen der persönlichen Haltung und als Anstoß, sie zu hinterfragen.

Vielfach sind die ‚Anderen‘ angesprochen, die Schuld sind oder etwas tun müssten, weil ich selbst nicht kann, warum auch immer, die Politik soll’s richten und China ist sowieso Schuld. Oder: Ich reise halt so gern in ferne Länder. Auch eine Haltung. Oder ‚die Technik wird’s schon richten‘, ebenso eine Verschiebung der Verantwortung auf andere. ‚Es gibt wichtigere Dinge‘, die zu erledigen sind, durchaus nachvollziebahr, und: ‚Das tun doch alle‘, wenn es alle machen, bin ich fein heraus und muss mich nicht rechtfertigen.

Ich persönlich esse z.B. zu oft Fleisch. Und verwende keine Ausrede. Geht auch. Wollten wir die Erderwärmung auf ein erträgliches Maß beschränken, dürfte die einzelne Person maximal 2t CO2 ausstoßen. In Österreich liegt der Durschnitt derzeit bei 8t, in anderen industrialisierten Ländern noch darüber. Für Österreich bis 2040 Klimaneutralität zu erreichen, ist faktisch unmöglich. Wir sollten also weiterhin für die Bekämpfung der Ursachen aktiv sein, da Anpassungsmaßnahmen auch ihre Grenzen haben.

Was wollen wir unbedingt behalten, worauf können wir verzichten und was können wir von anderen Kulturen lernen, die drei Fragen von Jem Bendell könnten hilfreich sein. Und wie Helga Kromp-Kolb sagt, sie gelten sowohl dafür, wie wir die Katastrophe verhindern bzw. abmildern, wie auch dafür, wie wir in einem Kollaps möglichst gut überleben können. Wie auch immer, es ist gut, wenn wir uns auf die Zukunft ‚angemessen‘ vorbereiten. Was ‚angemessen‘ heißt, sollte möglichst breit diskutiert werden.

Weitere Eindrücke vom Klimaeck am Südwinfest hier und der Seniorschor am Südwindfest hier.

 

 

 

 

 

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