IPCC-Bericht – und jetzt?

Jetzt
müssen wir was tun.
Die nächsten 8 Jahre sind entscheidend.

Foto von Lenar von Pexels


Am Montag 4.4.2022 wurde der 3. Teilbericht (Arbeitsgruppe III, Minderung des Klimawandels) des aktuellen IPCC-Reports veröffentlicht. Er handelt von den Maßnahmen, die jetzt gesetzt werden müssen, um eine Erderhitzung um mehr als 1.5 Grad Celsius zu vermeiden. Fazit: Wollen wir die Erhitzung bei 1.5 Grad halten, müssen wir jetzt handeln. Ab 2025 müssen die CO2-Emissionen sinken, 2030 um 43% gegenüber 2019 gesunken sein und 2050 muss CO2-Neutralität erreicht sein. Entscheidend für den Erfolg sind die nächsten 8 Jahre.

Nur mit den aktuell gesetzten Maßnahmen würden die meisten Länder ihre Ziele verfehlen und die Welt würde auf eine Erhitzung von über 3 Grad zusteuern. Ein bisschen da, ein bisschen dort, das reicht nicht mehr. Es braucht tiefgehende Änderungen in allen relevanten Bereichen, es braucht einen Systemwandel. Und der ist nur durch entschlossenes politisches Handeln in Abstimmung mit allen Bevölkerungsbereichen umsetzbar.

Allein durch die – allerdings radikale – Änderung von Alltagsgewohnheiten, zumindest im reichen Nordwesten, wie weniger Fleisch, öfter zu Fuß und mit dem Rad, weniger fliegen, nicht zu stark heizen und kühlen, Material wiederverwenden, auf Ökostrom umsteigen, usw. könnten wir schnell und kostenfrei sichtbare Effekte erzielen. Das alleine reicht jedoch nicht, es braucht ernsthafte und weitreichende politische Maßnahmen:

„Ohne eine Verstärkung der politischen Maßnahmen, die über die bis Ende 2020 eingeführten Maßnahmen hinausgehen, wird ein Anstieg der Treibhausgasemissionen über das Jahr 2025 hinaus projiziert, was zu einer mittleren globalen Erwärmung von 3,2 [2,2 bis 3,5] °C bis zum Jahr 2100 führt.“ (de-ipcc.de)

Damit die Maßnahmen realisiert und auch konsequent umgesetzt werden, braucht es die Einbeziehung aller Gruppen und Bevölkerungsteile:

„Eine wirksame und gerechte Klimagovernance stützt sich auf die Einbeziehung von Akteuren aus Zivilgesellschaft und Politik, von Unternehmen, der Jugend, von Arbeitnehmerinnen und -nehmern, der Medien, indigener Völker und lokaler Gemeinschaften.“ (de-ipcc.de)

Maßnahmen müssen dabei immer die soziale Klimagerechtigkeit berücksichtigen, zumal derzeit fast die Hälfte der Emissionen von den reichsten 10% verursacht wird, während die Folgen des Klimawandels den ärmeren Teil der Bevölkerung weitaus heftiger treffen.

Der Klimabericht des IPCC zeigt in seinen Ausführungen eines mehr als deutlich: Wir müssen handeln und zwar JETZT.

Den originalen Klimabericht findest du hier, Teile des Berichts in deutscher Übersetzung hier und Presseberichte im Medienspiegel.

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