Der Minister und die „historische Katastrophe.“

 

Aufgetaucht.
Minister Totschnig wurde heute im Ö1 Morgenjournal gehört.

 

Nach längerer Abwesenheit hat sich Minister Totschnig heute wieder zu Wort gemeldet. Wir hätten eine historische Katastrophe, er sei total betroffen von dem Ausmaß und nehme die Krise sehr ernst, so der Minister unvermutet auf Ö1. Eine ‚historische Katastrophe‘ – da frag ich mich spontan und laienhaft, wo bleibt der Krisenstab. Wenn die Regierung die Katastrophe so ernst nimmt wie der Minister und die Situation tatsächlich als außergewöhnliche Krise einstuft, muss sie erklären, welche außergewöhnlichen Koordinations- und Sofortmaßnahmen daraus folgen.

Hitze, Dürre, Trockenheit, da geht es nicht ’nur‘ um die Landwirtschaft. Die gesundheitlichen Folgen der Hitze reichen weit über die Landwirtschaft hinaus. Besonders ältere und gesundheitlich vulnerable Menschen sind gefährdet; Hitzebelastung führt nachweislich zu zusätzlicher Sterblichkeit. Neben Sofortmaßnahmen müssten auch die Ursachen ernst genommen und Maßnahmen zu ihrer Bekämpfung zumindest eingeleitet werden.

Totschnig will erstmal beim Finanzminister anklopfen und in Verhandlungen gehen, woher das Geld kommen solle, um ein riesiges Ausmaß an Schäden in der Landwirtschaft abzugelten. Betroffen ist das gesamte Bundesgebiet und sämtliche Sparten. Er gehe mit den Zahlen der Hagelversicherung (Kurt Weinberger im ORF) ins Finanzministerium. Aktuell belaufen sich nur die bisherigen Schäden auf 1 Milliarde Euro. Warum wird die Situation politisch noch überwiegend als Schadensfall behandelt und nicht als strukturelle Folge eines sich verändernden Klimas? Wir brauchen sowohl wirksamen Klimaschutz als auch eine systematische Klimaanpassungsstrategie.

Minister Totschnig weiter: „…die Wissenschaft sagt, dass wir mit zunehmenden Extremwetter-Ereignissen zu rechnen haben, wir wissen von der Geosphere Austria, wenn es um Naturgefahrenmanagement geht, dass wir in den nächsten Jahren 15-20% mehr Extremwetterereignisse [Faktenchek Klimawandel, 06] haben werden, das heißt es gibt Handlungsbedarf, das heißt, ein Klimaschutzgesetz muss jetzt auf den Tisch„. Das lässt zumindest die Hoffnung aufkommen, dass die Warnungen, die von Seiten der Wissenschaft seit Jahrzehnten proklamiert werden, duch die aktuelle Dürre endlich ernst genommen werden.

Ja, Herr Minsiter, es gibt Handlungsbedarf – in Ihrem Ressort und auch in der Bundesregierung, der Sie angehören. Wenn die Regierung die Klimafolgen selbst als historische Katastrophe bezeichnet, kann ihre Antwort nicht darin bestehen, nach jedem Ereignis über die Finanzierung der Schäden zu verhandeln. Sie muss zugleich dafür sorgen, dass Österreich widerstandsfähiger gegen die bereits unvermeidbaren Folgen wird und die Ursachen der weiteren Verschärfung bekämpft.

Das Klimagesetz, das nicht nur von anderen ausgebremst und blockiert wurde, muss im Herbst beschlossen werden.Es braucht rechtlich verbindliche Klimaziele, klare Reduktionspfade mit Zwischenschritten, konkrete Sektorenvorgaben, ein regelmäßiges Monitoring sowie transparente Korrekturmechanismen bei Zielverfehlungen (Kontext Institut).

Ö1 Morgenjournal 11.08.2026

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert