Die Regierung scheint fast ausschließlich auf Anpassungsmaßnahmen zu setzen. Kommt die Sprache auf die zunehmenden Hitzewellen, wird gern darauf verwiesen, es gebe einen Nationalen Hitzeschutzplan. Ist auch gut so. Nur halt zu wenig. Mittlererweile wird zugegeben, der Klimawandel verursacht, dass Hitzewellen immer heißer werden, länger dauern und öfter auftreten. Aber dass es auch für den Klimawandel Ursachen gibt, darüber hört man von Regierungsseite herzlich wenig. Fast scheint es, als ob das Wort Klimaschutz tabu wäre. Allerdings muss man anerkennen, dass sich im Bereich Ausbau der Windräder etwas zu bewegen scheint. Wie ernsthaft die Umsetzung angegangen wird, bleibt abzuwarten.
Vielleicht käme man unter Rechtfertigungsdruck, dass Klimaschutzmaßnahmen gekürzt wurden, während Fossile mit Milliarden gefördert werden. Die Sinnhaftigkeit solchen Vorgehens lässt sich nicht argumentieren und ist angesichts der aktuellen Entwicklungen irrational und verantwortungslos.
Doch ist es nicht nur das. Vor einigen Jahren noch wurde geglaubt, wenn die Klimawandelfolgen spürbarer werden, wächst der Zuspruch für den Klimaschutz. Leider falsch. Die Bereitschaft zur Verdrängung wächst. Vielleicht ist die Sache zu groß, zu diffus, zu weit weg. Klimaschutz wirkt vor allem in der Zukunft und viele sind sehr verunsichert darüber, wie diese Zukunft aussehen wird. Doch besser für das heute sorgen? Ursachenbekämpfung löscht keine Waldbrände und macht die Nächte während einer Hitzewelle nicht kühler.
Gleichzeitig wissen wir: Mit jedem zehntel Grad mehr globaler Temperatursteigerung gewinnt die Klimakatastrophe und deren Folgen an Zerstörungskraft. Für heuer kann man getrost sagen, wir sind schon mittendrin.
Die Regierung tut so gut wie nichts für die Ursachenbekämpfung, im Gegenteil, sie kürzt die Mittel für den Klimaschutz und fördert weiterhin mit Milliarden die fossile Industrie. Ist sie den Konzernen verpflichtet, dem Kapital und der Macht der Tech-Milliardäre? Oder dem, womit sie glauben, die nächsten Wahlen zu gewinnen? Wie auch immer die Fäden im Hintergrund verstrickt sind, sie verhindern langfristige Planung für effizienten Klimaschutz.
Veränderung kann nur von unten kommen.
Die Zivilgesellschaft ist gefragt.
Act now.

Lieber Stephan,
das ist – leider – wieder sehr wahr und treffend !
Ich möchte noch darauf aufmerksam machen, dass zur Zeit das Thema sehr häufig in den Medien ist, z.b. in sehr guten Artikeln im Standard, aber auch gestern abend in ARTE gab es eine tolle Sendung über den Zustand des Mittelmeers und der Anrainerstaaten. Mir war nicht bewusst, wie schlimm das schon ist mit der Dürre dort und dem Wassernotstand.
Wie man angesichts dieser Tatsachen danebenstehen und zuschauen kann, ist mir ein Rätsel !
In diesem Sinne weiter so, danke und LG
Birgit