„Keine Verbrenner-Autos in Städten ab 30 Grad“

So viel wurde in den letzten Tagen und Wochen über Hitze, Trockenheit und Dürre, Waldbrände und Wassernot geschrieben, gezeigt und besprochen, in den ofiiziellen Medien wie auch auf social media. Von Expert:innen mit und ohne Expertise und anderen. Und darüber, wie die katastrophalen Ereignisse und Zustände heuer mit dem Klimawandel zusammenhängen. Plötzlich medienfähig.

Die Hitze wird mit zunehmender Dauer immer unerträglicher. Und das wirkt sogar auf die Psyche belastend (!), auch darüber wird aktuell vielerorts herumgetrötet. Von Seiten der Politik hört man vor allem eines: Anpassungsmaßnahmen. Unmittelbar wichtig, keine Frage, wir brauchen raschest Anpassungsmaßnahmen, die vulnerable Gruppen schützen, Städte kühlen, Wasser nachhaltig verwalten und vieles mehr. Und doch plagen mich stärker die Dinge, worüber kaum oder gar nicht gesprochen wird: Klimaschutz und Verursachung.

Verständlich, dass uns aktuell spürbare Maßnahmen näher liegen als solche, die erst in der Zukunft ihre Wirkung entfalten, falls überhaupt. Allerdings geht es dabei um die Frage, wie und ob Menschen die klimatische Katastrophe überleben werden. Keine Kleinigkeit. Die klimatische Katastrophe, deren Vorboten wir heuer am eigenen Leib zu spüren kriegen. Dachte, es müsste sich eigentlich ein Aufschrei durch die Bevölkerung bewegen wie die Welle durchs Stadion. Jetzt ist es Zeit zu handeln und etwas gegen die Erderwärmung zu unternehmen!

Falsch gedacht. Der Augenblick ist uns näher als die Zukunft und – je größer der ‚Bedrohungsapparat‘ umso stärker die Verdrängung und umso lieber befolgen wir, was uns die Oberen sagen. Die Verursacher der Ursachen werden geschont. Die großen Konzerne, allen voran die Ölkonzerne, die Superreichen mit ihren eklatanten CO2-Bilanzen bei gleichzeitiger Klimawandelleugnung und Unterstürzung rechtsextremer Lager, der miltitärisch industrielle Komplex, ein Großteil der Politik und einige mehr. Und auch unsere ‚Imperiale Lebensweise‚. Es geht um den eigenen Vorteil, Profitmaximierung und um den Erhalt von Macht und Idenität. Rücksichtslos.

Keine Chance für Klimaschutz? Ein Verbindungsglied zwischen Anpassung und Ursachenbekämpfung könnte das von Ulrich Brand (im Standard) vorgeschlagene Verbot für Verbrenner-Autos in Städten ab einer Temperatur von 30 Grad sein. Das bringt eine spürbare Verringerung der Hitze und damit Akzeptanz, und gleichzeitig einen Moment der Ursachenbekämpfung, weniger CO2 in die Atmosphäre. Vielleicht sogar für Vasallen der Verursacher, z.B. die Tankstellen, spürbar. Immerhin 30 Tage, in den ersten 7 Monaten von 2026. Ein ganzer Monat weniger CO2.

Vielleicht könnte man daran anknüpfend eine Kampagne aufbauen, die immer möglichst nahe am Spürbaren bleibt. Die der Rücksicht wieder einen Wert gibt. Wenn ich nicht mit meinem Auto in die Stadt fahr, danken es mir die Stadtbewohner. Den Effekt kann ich bei Gesprächen in der Straßenbahn mithören. „Du, i find des super, dass die Autos jetz nimmer reinfahren dürfen. I merk’s jedesmal, wenn i an der Kreuzung steh. Is echt feiner. Und ruhiger is es auch.“

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