Protestmarsch in Solidarität mit LG Deutschland

Video, 3.14 min

Die Razzien und Maßnahmen gegen die Letzte Generation Deutschland waren unverhältnismäßig, hart und überzogen. Die Politik schürt damit Aggressionen und fördert die Spaltung in der Bevölkerung. Das Gegenteil wäre gefragt. Wir brauchen ein gemeinsames Vorgehen, wenn wir effizienten Klimaschutz vorantreiben wollen.

Wohltuend die Reaktion der UNO: „Klimaaktivisten – angeführt von der moralischen Stimme junger Menschen – haben ihre Ziele auch in den dunkelsten Tagen weiterverfolgt. Sie müssen geschützt werden und wir brauchen sie jetzt mehr denn je“ (Stéphane Dujarric, UNO).

Was wir jetzt brauchen sind nämlich nicht Lagerkämpfe und das Anheizen von Aggressionen in der Gesellschaft, sondern eine gemeinsame Anstrengung aller Bevölkerungsteile und staatlichen Institutionen – und das weltweit. Mit dem Ziel, die schlimmsten Folgen der Klimaveränderung noch zu vermeiden. Das geht nur mit einer globalen gemeinsamen Aktion.

Die Rede ist vom ‚moralischen Imperativ Klimaschutz‘. Wir alle, die wir jetzt leben, sind die Generationen, die dem planetaren Notstand noch Erste Hilfe leisten können. Wenn wir jetzt nichts tun, ist es zu spät.

UNO Generalsekretär Guterres:
„Wir sind auf einem Highway in die Klimahölle und haben den Fuß auf dem Gaspedal.“
Letzte Generation:
„Wir rasen in die Klimahölle. Runter vom Gas!“.

Was die Klimaziele betrifft, gibt es eine Übereinstimmung von lokalen Klima-Organisationen und der wichtigsten weltweiten Institution, der UNO. Das macht Mut.

Solidarität mit LG Deutschland


Die Razzien gegen die ‚Letzte Generation‘ in Deutschland am Mittwoch sind ein Skandal, anders kann man es nicht benennen. Initiiert von der Bayerischen Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus bei der Generalstaatsanwaltschaft München, wurden Privatwohnungen mit gezogener Waffe gestürmt, Gegenstände und Vermögen beschlagnahmt, die Website geschlossen, etc.

Nicht gegen rechtsextremistische oder andere ideologisch gewaltbereite Vereinigungen, nein. Gegen Klima-Aktivist:innen, die immer wieder betonen, dass sie friedlich vorgehen, auch wenn sie die Alltagsroutine von Bürger:innen stören. Aber so ist ziviler Ungehorsam nun mal. Er stört, bewegt sich aber innerhalb demokratischer Grundrechte.

Die Gleichsetzung von Klima-Aktivist:innen mit Terrorismus ist ungeheuerlich. Hier geht es nicht um die Durchsetzung des Rechtsstaates, sondern rein um politischen Aktivismus. Mit gravierenden gesellschaftlichen Folgen.

Wir solidarisieren uns mit der Letzten Generation Deutschland und rufen die politisch Verantwortlichen dazu auf, sich zu besinnen und zu einem vernunft- und sachgeleitetem Vorgehen zurückzukehren.

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Handeln statt Kriminalisieren
Erklärung zur Unterstützung von Klimaaktivist:innen
Unterzeichnet von Wissenschaftler:innen aus dem deutschen Sprachraum
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Zukunftskonferenz der BOKU Wien

Featuring Future Conference 2023
Energie und Mobilität: DIE WENDE

31. Mai 2023, 9 bis 17Uhr
Großer Hörsaal im TÜWI der BOKU, Peter-Jordan-Straße 76, 1190 Wien

Für eine wirksame Klimawende muss unsere Energieversorgung bis 2040 ohne fossile Energieträger auskommen. Das betrifft die Stromversorgung ebenso wie die Wärmeversorgung und den Verkehr. Nur wenn das schnellstmöglich gelingt, lassen sich die schlimmsten Klimafolgen noch vermeiden.

„Während der mehr als 30-jährigen Klimadiskussion wurden mittlerweile zahlreiche technische Maßnahmen und Lösungen vorgelegt. Welche sind jedoch tatsächlich sinnvoll, nützen dem Klima, sind kosteneffizient, ökologisch und sozial verträglich – und welche tragen die Menschen auch mit?“

„Anlässlich dieser brisanten, gesellschaftspolitischen Fragen laden die Universität für Bodenkultur Wien (BOKU) und die Wiener Stadtwerke zur Featuring Future Conference 2023.“

Programm:

Alle Infos hier


Ein Pro und Contra auf Puls 4 „Innovation oder Verbote – Wie retten wir den Planeten“, u.a. mit Leonore Gewessler, Wolfgang Anzengruber, Georg Knill und Marina Hagen-Canaval von der ‚Letzten Generation‘, die am Freitag 19.5.23 ganz vorne dabei war. Zur Sendung hier.

Weitere Veranstaltungen unter Events

3 Wochen Klima

Die Mai-Protestwelle der Letzten Generation wurde mit dem heutigen Protestmarsch abgeschlossen. Unermüdlich haben sich Aktivist:innen dankenswerterweise für das Klima eingesetzt, an der Straße angeklebt und den Morgenverkehr in Wien gestört, trotzend den aggressiven Anfeindungen durch Autofahrer, Medien und unzähliger Kommentare in den social media. Obwohl sie immer wieder betonen: Es tue ihnen leid, den Alltag der Menschen zu stören. Sie bleiben friedlich, selbst im Verbalen. Aber: Es geht nicht mehr anders, es braucht den Protest.

Jahrzehntelange Warnungen der Wissenschaft wurden nicht gehört, weltweite Demonstrationen der Fridays For Future Bewegung letztlich ignoriert, ebenso unzählige Aktionen von Klima Aktivist:innen, auch die Ergebnisse des österreichischen Klimarats blieben unbeachtet. Angesichts des akuten Klima-Notfalls unglaublich und unerträglich. Ziviler Ungehorsam wird zur Notwendigkeit!

Am heutigen Protestmarsch haben sich viele Personen und Organisationen solidarisch hinter die Anliegen und Aktionen der Letzten Generation gestellt.

Runter vom Gas!


Zum Abschluss der Mai-Aktionswochen der Letzten Generation und den vielen, die sich solidarisch mit auf die Straße gestellt haben, gibt es einen großen öffentlichen Protestmarsch. Kommt hin, geht mit und zeigt euch solidarisch – für das Klima, für eine lebenswerte Erde für uns alle und die kommenden Generationen.

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Handeln statt Kriminalisieren
Erklärung zur Unterstützung von Klimaaktivist:innen
Unterzeichnet von Wissenschaftler:innen aus dem deutschen Sprachraum
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Offener Brief an die Redakteur:innen von „Heute“

Betreff:
Falschdarstellungen
der Klimaproteste

Foto: Markus Winkler

Sehr geehrte Redakteure und Redakteurinnen!

Mit Entsetzen lese ich in „heute“ diese Schlagzeile:
„Rettungsauto bei Klima-Aktion blockiert – Patient tot.“

Ich weiß, dass es eine entsprechende Meldung der Polizei gegeben hat, dann hätten Sie aber sofort ein Dementi schreiben müssen, sobald bekannt wurde, dass die Aktion nichts mit dem Tod des Patienten zu tun hatte.

Anstattdessen am 11.5.23 diese Schlagzeile:
„Toter nach Klima-Protest, jetzt kommt Wahrheit ans Licht.“

Jede Heute-Leserin, die die erste Schlagezeile gelesen hat, interpretiert die zweite als Bestätigung für die Mitschuld der Klima-Aktion. Noch dazu schreiben Sie im Textteil dann im Konjunktiv, es ‚dürfte‘ kein kausaler Zusammenhang bestehen, obwohl zu diesem Zeitpunkt schon bekannt gewesen sein müsste, dass keiner bestanden hat.

Solche Berichterstattung, geprägt von Falschmeldungen und Manipulation, überschreitet für mich die Grenze des Erträglichen.

Ich plädiere dringend an Sie, Ihre Haltung zu überdenken und zu einem verantwortungsvollen Journalismus zurückzukehren. Gerade Sie, die Sie ja ein eigenes Klima-Ressort eingerichtet haben, wissen doch um die Dringlichkeit der Klima-Problematik Bescheid und Sie wissen ebenfalls, dass unsere Regierung nichts oder viel zu wenig tut, um gegenzusteuern.

Nichts anderes wollen die Klima-Aktivisten, als auf diesen Zustand aufmerksam machen. Und zwar auf friedliche und stets sehr umsichtige Art und Weise.

Im Sinne eines Journalismus, der als vierte Macht in der Gesellschaft Verantwortung übernimmt, wäre es eigentlich geboten, diese Anliegen zu unterstützen und nicht zu hintertreiben. Sie tragen Mitverantwortung dafür, wie die Bevölkerung zum Thema Klimakatastrophe steht, und die Haltung der Bevölkerung, der sog. ‚breiten Masse‘, zu Klimaschutzmaßnahmen ist ein wesentlicher Faktor für die Effizienz der Umsetzung.

Ich bin sicher, Sie wissen das alles.
Bitte handeln Sie danach.

Stephan Burgstaller
für die Seniors for Future

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PS: Auch eine Schlagzeile wie heute: „Klima-Kleber mit multipler Attacke auf Wien“ ist keine Berichterstattung, sondern reines Schüren von Aggressionen. Medien, die so agieren, sind mitverantwortlich dafür, wenn das gesellschaftliche Klima aggressiver wird. Zur Erd-Erhitzung die Gesellschafts-Erhitzung. Keine gute Taktik. Sie spaltet Gesellschaften, schafft Fronten und untergräbt die Demokratie. Medien sollten nicht spalten und Fronten schaffen, sondern eine Vielfalt von Perspektiven, Informationen und Sichtweisen anbieten, um den gemeinsamen gesellschaftlichen Diskurs und damit eine demokratische Grundhaltung zu fördern.

Straßenblockade war unbeteiligt.

Leider ist man auch hierorts immer wieder mit krassem Fehlverhalten konfrontiert: Erst handeln, dann denken, oder erst schreiben, dann informieren. Und manchmal wird das ganz bewusst angewendet, wenn man irgendwem was anhängen will. Zum Beispiel den Klima-Aktivist:innen der Letzten Generation. Da geht es nicht um Fakten, sondern darum, Emotionen in der Bevölkerung zu schüren und zu manipulieren.

Kurz vor der gestrigen Aktion „Tempo 100, keine neuen Öl- und Gasbohrungen“ kam es in Schwechat zu einem Todesfall. Wiederhole: Kurz vorher. Es konnte also gar nichts mit dem kurzfristigen Stau zu tun haben, abgesehen davon, dass IMMER eine Rettungsgasse offen gelassen wird. Trotzdem die Meldung, ein Rettungsauto sei blockiert worden und dies habe den Tod mitverschuldet. Wie Filmmaterial der Szene beweist, kein Rettungsauto weit und breit.

Die erste Meldung, der erste Eindruck bleibt hartnäckig im Gedächtnis hängen. So ist das. Und so ist die Strategie. Auch nachträgliche Dementis ändern nichts Wesentliches am Gefühl, das sich bereits festgegraben hat.

Für das Wohl von Menschen, Tieren, Plfanzen und Planet plädieren wir dafür, bei Stellungnahmen und Berichten zur Klimafrage und Klima-Aktionen faktenorientiert zu bleiben. Das betrifft vor allem die relevanten öffentlichen Institutionen und die Medien. Es steht zu viel auf dem Spiel. Gerade die Medien, als vierte Macht, sollten das Vorgehen der Regierung kritisch beleuchten und sich daher den Forderungen der Klima-Aktivist:innen anschließen.

Offizielle Stellungnahme der Letzten Generation zu dem Vorfall gestern findet sich hier.

Richtigstellung in der ZIB 13 von heute hier (ab Min 15.16)

Kurze Berichtigung am 13.5.: Der Tod soll anscheinend doch erst später eingetreten sein, ein Mitverschulden der Klima-Aktion wurde aber trotzdem widerlegt. Der Stadndard berichtet, eine Adressverwechslung habe zur tödlichen Verzögerung geführt. Nachzulesen hier.

Soziale Kipppunkte für Klimagerechtigkeit.

Die Treibhauspost vom April 2023 berichtet über mögliche soziale Kipppunkte auf dem Weg zur Klimaneutralität. Sie beschreiben einen möglichen Verlauf, mögliche Trigger und die wichtigsten Akteure. Die sechs Bereiche sind:

  • Energie
  • Gebäude und Infrastruktur
  • Finanzmarkt
  • Normen und Werte
  • Bildung
  • Transparenz bei Produkten und Dienstleistungen

In diesen Bereichen könnte alles auf einmal ganz schnell gehen.

„In einer mutmachenden Studie von 2020 (Opens in a new window) hat ein Team rund um die Soziologin Ilona Otto soziale Systeme identifiziert, die zum Kippen gebracht werden und so zu einer klimaneutralen Welt bis 2050 beitragen können.“ […]

Das Triggern von sozialen Kipppunkten könnte unser mächtigstes Werkzeug im Kampf gegen die Klimakrise sein. Die kleinen Schritte im Klimaschutz wirken plötzlich nicht mehr so entmutigend, wenn man sich vor Augen hält, dass sozialer Wandel nicht linear stattfindet, sondern plötzlich alles ganz schnell gehen kann.

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Neue Fotoserien in der Galerie:
– Christa und Hanna klimafreundlich am Pelopponnes auf alten und neuen Spuren und (?)Radwegen.
– Rad-Demo Stadlau am 6.5.2023, Fotos von Andreas

Gürtel Bike Ride: Radschnellweg jetzt!

Verkehrsteilnehmer:innen, die sich aktiv klimafreundlich fortbewegen, sollten durch eine städtische Verkehrsplanung eigentlich bevorzugt behandelt werden. Was den Gürtel betrifft, ist genau das Gegenteil der Fall, immer wieder Unterbrechungen, häufiger Seitenwechsel, etc. Der Gürtel ist aktuell nur für das Auto attraktiv. Das muss sich ändern.

Radeln For Future fordert daher:
– Der Radschnellweg muss ohne ständige Seitenwechsel verlaufen.
– Der Radschnellweg muss eine Entflechtung des Fuß- und Radverkehrs bringen.
– Der Radschnellweg muss mindestens den neuen Richtlinien für die Radverkehrsplanung entsprechen.
– Wir fordern die Umwidmung einer Fahrspur zum Radschnellweg!
– Der derzeitige Gürtelradweg soll für Familien und alle, die lieber gemächlich radeln, weiterhin bestehen bleiben.
– Wir fordern glaubwürdige Schritte für das Gelingen der Verkehrswende!

Treffpunkt wie immer: 17.00 Uhr Votivpark. Infos hier.
Teaser Gürtel Bike Ride 2023

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Tipp:
Klimakrise: Wir machen Ernst – taz Talk meets Buchmesse Leipzig. (1:19:49)
„Zwischen Politik und Protest formiert sich eine große Gruppe, die die Probleme angehen will. Aber wie genau können diese Leute etwas voranbringen? Ein Gespräch mit dem Sozialpsychologen und tazFUTURZWEI Herausgeber Harald Welzer.

Neue Welle für Tempo 100

Foto: vienna.at

Vienna.at berichtet live von der heutigen Aktion der Letzten Generation. Etwas missverständlich beschrieben, sie wollten den Frühverkehr in Wien an neuralgischen Punkten lahmlegen. Was die Letzte Generation will, ist: Tempo 100 auf Autobahnen und ein Stopp für neue Öl- und Gasbohrungen. DAS ist das Ziel der Aktionen.

Trotzdem löblich, dass berichtet wird, vor allem auch mit einem pro und contra und in respektvoller Tonlage. Wissenschafter:innen, Scientists For Future, Parents For Future, Omas gegen Rechts und viele andere Organisationen und Personen erklären sich solidarisch und stellen sich hinter die Aktivist:innen. Angekündigt seien Aktionen im Mai für ca 3 Wochen. Weitere Infos auf vienna.at.

Wer sich engagieren oder bei den Aktionen solidarisch zeigen will, wendet sich am besten direkt an die Letzte Generation.